CD-Rezension Alban Gerhardt

Die drei Cellokonzerte

Alban Gerhardt hat sich Pfitzners Cellokonzerte vorgenommen: Auch er kann die einkomponierte Sprödigkeit der Stücke nicht wegzaubern

Musikalisch konservativ und vor allem ab 1933 politisch problematisch: Der Spätromantiker Hans Pfitzner ist eine sperrige Persönlichkeit der Musikgeschichte. Heutzutage ist er nur noch durch seine Oper Palestrina präsent. Alban Gerhardt, Berliner Starcellist ohne Allüren, hat nun Pfitzners Cellokonzerte ins Visier genommen. Gerhardt lässt auf seinem Instrument zärtlich, unaufgeregt und wie gewohnt charaktervoll die Kantilenen und die nobel kontrollierte Dramatik Pfitzners erklingen. Das RSB unter Sebastian Weigle eröffnet farbenreich die Klangräume, darunter auch historistische Idiome. Aber bei diesem etwas trockenen spätromantischen Teegebäck Pfitzners will der Funke einfach nicht richtig überspringen, die Musik geht nicht ans Herz. Wenn schon Spätromantik, dann bitte Rausch, Ekstase, Glitzer. Die mit hochgeschlossenem Kragen versehenen Cellokonzerte Pfitzners bieten da nur Emotionen mit angezogener Handbremse.

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