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Klassik-Highlights der Saison 2026/2027 in Österreich

Ganz Österreich spielt auf 

Redaktionsleiterin Susanne Bánhidai stellt ihre persönlichen Highlights der Saison 2026/2027 in Österreich vor.

vonSusanne Bánhidai,

Österreich ist das Land der Klassik – und zwar flächendeckend. Nicht nur die Hauptstadt ist von Musik erfüllt, auch in den anderen Bundesländern singt und klingt es klassisch, modern, barock oder ganz anders. Wir stellen die Highlights der kommenden Saison vor. 

Ein besonderes Ereignis, das vor allem Opern-Fans interessieren dürfte, findet gleichwohl am ersten Haus im Lande statt. An der Staatsoper Wien ist die charismatische Sopranistin Asmik Grigorian als Judith in Béla Bartóks düsterem Psychodrama „Herzog Blaubarts Burg“ zu erleben. Unter der Leitung von Alain Altinoglu paart sich der Einakter mit Zemlinskys Ehe-Drama „Eine florentinische Tragödie“ (Premiere: 3. Oktober). Beide Kurzopern im Doppelpack brachte Tobias Kratzer bereits an der Staatsoper Hamburg auf die Bühne, in Wien übernimmt Vasily Barkhatov die Regie.

Frischer Wind allerorten

An der Wiener Volksoper versucht man indes, Richard Heubergers „Der Opernball“ (Premiere: 5. Dezember) zu reanimieren. Annette Dasch ist darin als Marguérite zu erleben und wird am Ende der Spielzeit als künstlerische Leiterin des Opernstudios StudioV Philippe Boesmans „Reigen“ nach dem gleichnamigen Schauspiel Arthur Schnitzlers inszenieren (Premiere: 26. Juni 2027). 

Einen besonders vielseitigen Spielplan präsentiert das Musiktheater an der Wien. Ein selten gehörtes vokales Schmankerl jagt hier das andere – szenisch oder konzertant. 

Die Wiener Symphoniker huldigen ein Jahr nach der Jubiläums-Spielzeit mit Schönberg und Mahler ihrer musikalischen Heimatstadt, setzen aber viele weitere programmatische Akzente. Als Beispiel sei die Zusammenarbeit mit dem Pianisten Mao Fujita genannt, der im März ein Klavierkonzert von Toshio Hosokawa aus der Taufe heben wird. Mit Elim Chan als Artistic Partner bekommt die Saison zudem eine personell wie musikalisch moderne Note, viele Dirigentinnen folgen der Einladung ans Pult des Traditionsorchesters. Jeweils im Frühling fahren die Symphoniker mit ihrem Chefdirigenten Petr Popelka zu ihrem eigenen Festival „Primavera da Vienna“ nach Triest (19. bis 21. März 2027).

Im Wiener Konzerthaus interpretiert Mao Fujita eine neue Komposition von Toshio Hosokawa, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Japans
Im Wiener Konzerthaus interpretiert Mao Fujita eine neue Komposition von Toshio Hosokawa, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Japans

Ab in den Süden 

Mit diesem Auftragswerk der Oper Graz sollen wohl gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Ein finnisches Fußball-Musical in zwei Halbzeiten steht als Uraufführung auf dem Programm. Urheber dieser verrückten Kombination ist der Jazzpianist und Komponist Iiro Rantala, der auf dem grünen Rasen die Lebensthemen „Familie“ und „Gleichberechtigung“ verhandelt. Kann das gut gehen? Am 19. Dezember hat „Perfect Match“ Premiere. Neben Congress, Oper und Barockkirchen lockt im Sommer auch die Styriarte mit ihrem Motto „Phantastisch“. Das Festival macht die Steiermark einmal mehr zum kulturellen Zentrum (25. Juni bis 25. Juli 2027).

Zu musikhistorischen Entdeckungen in der Geburtsstadt Mozarts lädt auch dieses Jahr wieder Rolando Villazón (21. bis 31. Januar 2027) ein. Unter dem Motto „Mozart & Mozarts“ begibt sich die Mozartwoche in Salzburg auf die Suche nach den „anderen Mozarts“: nach jenen Komponisten, die mit Mozart verglichen wurden oder neben ihm bestehen können wie der böhmische Komponist Josef Mysliveček

Ab der Saison 2027/2028 wird Christoph Koncz Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz
Ab der Saison 2027/2028 wird Christoph Koncz Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz

Abschied in Linz und Glanz in Salzburg 

In Oberösterreich übergibt Markus Poschner seinen Chefdirigentenstab an Christoph Koncz. Seine letzte Saison mit dem Brucknerorchester Linz hat es noch einmal in sich und erfüllt die Stadt – zusammen mit den Gästen im Brucknerhaus – mit hochklassigen Konzerten und Musiktheater der besonderen Art: Der mit einem „Oscar“ gekrönte Filmkomponist Cong Su hat Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ für die Opernbühne vertont (Premiere: 5. Juni 2027). 

Und dann ist auch schon wieder Festivalzeit. Wie und mit wem die Salzburger Festspiele auf ihrem Weg in die personelle Konsolidierung gehen, ist noch nicht bekannt. Die Osterfestspiele setzen dagegen mit der Fortsetzung des „Rings des Nibelungen“ ein Highlight: Dafür sorgen die Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko. In Bregenz steht 2027 Verdis „La traviata“ auf dem Programm.













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