Es ist eine ganz besondere Verbindung von Zukunft und Tradition, die alljährlich die Klassikfans weltweit auf die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz blicken lässt. Dort nämlich findet jeden Herbst das Internationale Brucknerfest statt – seit seiner Gründung im Jahr 1977 ein generationsübergreifendes Festival sowohl mit musikalischer als auch multimedialer Strahlkraft, dessen Anspruch es ist, seinem Publikum stets die höchste Qualität an künstlerischen Aufführungen zu bieten.

Benannt nach dem 1824 im südlich von Linz gelegenen Ansfelden geborenen Anton Bruckner, spannt das Internationale Brucknerfest als eines der bedeutendsten Klassikfestivals Österreichs unter der Intendanz von Mag. Dietmar Kerschbaum (Brucknerhaus-Intendant, Künstlerischer Vorstandsdirektor der LIVA) in diesem Jahr unter dem klingenden Motto „Mutige Impulse – Bruckner und seine Schüler*innen“ einen thematisch konsistenten Bogen über dreißig Veranstaltungen von Bruckners Geburtstag (4. September) bis zu Bruckners Todestag (11. Oktober): Eine einzigartige Festivaldichte mit Aufführungen von Werken, die Gegenstand von Bruckners Unterricht waren, von bisher verborgenen Kostbarkeiten aus der Feder von Bruckners Schüler*innen, aber auch von bekannten Stücken großer Komponisten und Wegbegleiter Bruckners sowie von beeindruckenden Fassungen der Sinfonien Bruckners, die der Komponist nicht allein erarbeitete, sondern an deren Entstehung seine Schüler erheblichen Anteil hatten. Zwei von Bruckners Schüler*innen stehen besonders im Fokus: Der jung verstorbene Hans Rott und die gebürtige Linzerin Mathilde Kralik von Meyrswalden. Auch seine Wegbegleiter Gustav Mahler und Hugo Wolf sind im Programm vertreten, da sie sich auf für dessen Schaffen starkmachten.

Erfolgreiche Neupositionierung

Ab 2018 folgte eine Neupositionierung des Brucknerfests, die das Schaffen des Tonschöpfers wieder vermehrt in den Fokus rückt und zudem Bezüge zu anderen Komponistinnen und Komponisten herstellt. Das Publikum ist dazu eingeladen, Bruckner als Mensch, Komponisten, Impulsgeber, Lehrenden und Freund kennenzulernen. So werden die Werke Bruckners jenen seiner Schüler, Wegbegleiter und Freunde gegenübergestellt. Ebenfalls stehen Werke im Fokus, die Bruckner gemeinsam mit seinen Schülern komponierte oder die er selbst zu Unterrichtszwecken studierte.

Umfassendes Festivalprogramm

Neben einem Eröffnungsfestakt, acht Orchesterkonzerten, zwei Chorkonzerten, zwei Klavierabenden, drei Liederabenden, vier Kammerkonzerten und einem Orgelkonzert stehen zudem mehrere Kurzkonzerte bei freiem Eintritt an sieben „Bruckner-Orten“ in der Linzer Innenstadt auf dem Programm. Ferner ist ein Wissenschaftliches Symposium geplant, eine Lesung mit Musikbegleitung, eine Vernissage und – als Festivalhighlights – die Linzer Klangwolke, die Kinderklangwolke sowie die Klassische Klangwolke. Ein öffentlich zugänglicher Meisterkurs sowie die BrucknerBeats für ein junges Publikum runden das umfassende Festivalprogramm ab.

Als zusätzliches Highlight für Jugendliche kooperiert das Brucknerhaus Linz in diesem Jahr mit der international erfolgreichen TONALi Tour. Selbige hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen die Grundkenntnisse des Veranstaltungs- und Kulturmanagements zu vermitteln, welches nun mit einem einzigartigen Projekt im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz in die Praxis umgesetzt wird. Hierbei werden Jugendliche aktiv in die Konzertplanung einbezogen. Gestartet wurde das Projekt bereits mit einem ersten digitalen Workshop am 8. April. Das Abschlusskonzert findet am 9. Oktober statt.

Publikumslieblinge und Superstars

Die Liste von namhaften Interpreten, Solisten, Ensembles und Orchestern, die in diesem Jahr im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz zu erleben sind, spricht für sich. So geben sich unter anderem die Pianistinnen Martha Argerich und Lilya Zilberstein mit einem Konzert zu vier Händen die Ehre, die am 29.9. Bruckners 3. Sinfonie, in der „Fassung 1877“ exklusiv beim Internationalen Brucknerfest Linz 2021 aufführen werden.

Jede Menge Frauenpower zaubern das FSOA, das Female Symphonic Orchestra Austria, unter Silvia Spinnato (18. September) auf die Bühne der Klassischen Klangwolke, das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner (23. September, 5. Oktober) und Stars wie Sophie Rennert (14. 9.), Waltraud Meier (22. 9.), Pianist Paul Lewis (12.9.), Dirigent Michail Jurowski (19.9.) oder Dirigent Hartmut Haenchen (11.10.) werden Bruckner, seine Schüler*innen und Wegbegleiter zum Klingen bringen.

Darüber hinaus kommen Liebhaber der Chormusik mit einem Konzert des RIAS Kammerchors Berlin auf ihre Kosten. Die Bamberger Symphoniker unter der Leitung von Jakub Hrůša präsentieren im Rahmen des Festivalmottos die erste Sinfonie des früh verstorbenen Bruckner-Schülers Hans Rott. Ebenfalls Rott gewidmet ist ein Konzert mit Marin Alsop und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien.