Peter P. Pachl

Opern-Kritik: pianopianissimo musiktheater – Die Heilige Cäcilia

Wohlgerüche in Fortissimo

(Hattingen, 21.11.2021) Die späte Uraufführung der größten Choroper des 20. Jahrhunderts fand mit Trauerflor statt: Denn der Regisseur und Opernentdecker Peter P. Pachl starb nur wenige Tage vor der Premiere. weiter

Szenenbild aus „Das Rheingold“

Opern-Kritik: Staatsoper Stuttgart – Das Rheingold

Manege frei fürs Welttheater

(Stuttgart, 21.11.2021) Vor allem in seiner Personen(ver-)führung ins Destruktive läuft Stephan Kimmig zur Hochform auf, überlässt nach diesem Vorabend zum neuen Nibelungenring jedoch diversen Regiekollegen das Feld. Cornelius Meister hält am Pult zusammen, was bei dem gewagten szenischen Zugriff auch mal auseinanderzudriften droht. weiter

Szenenbild aus Monteverdis „Die Heimkehr des Odysseus“ am Deutschen Nationaltheater Weimar: Taejun Sun (Ulisse)

Opern-Kritik: Deutsches Nationaltheater Weimar – Die Heimkehr des Odysseus

Trostlose Heimkehrertragödie

(Weimar, 13.11.2021) Keine Spur von Verzauberung und suggestiver Gestaltung: Bei Regisseurin Nina Gühlstorff wird Monteverdis zweite erhaltene Oper zu einer Anleitung zum Unglücklichsein. weiter

„Siegfried“ an der Deutschen Oper Berlin: Clay Hilley (Siegfried) & Ya-Chung Huang (Mime)

Opern-Kritik: Deutsche Oper Berlin – Siegfried

Unterwegs im Koffergebirge

(Berlin, 12.11.2021) Mit dem nachgereichten „Siegfried“ ist Stefan Herheims und Donald Runnicles' neuer Nibelungen-„Ring“ an der Deutschen Oper nun komplett. Bühnenzauber und Bemühtes, Kluges und Kitschiges stehen in der szenischen Deutung durchweg unvereinbar nebeneinander. weiter

Emily D’Angelo (Angelina/Cenerentola), Andrei Zhilikhovsky (Dandini)

Opern-Kritik: Semperoper Dresden – La Cenerentola

Kleine Geschenke mit Hintersinn

(6.11.2021) Damiano Michieltetto erzählt Rossinis Aschenputtel-Märchen geschickt als Geschichte der Gegenwart, nach den dunklen Abgründen in der Komödie sucht er nicht. Mezzo-Jungstar Emily D’Angelo gibt eine modern selbstbewusste Titelfigur. weiter

Szenenbild aus „Maskerade“

Opern-Kritik: Oper Frankfurt – Maskerade

Maskenpflicht

(Frankfurt am Main, 31.10.021) Tobias Kratzer inszeniert Carl Nielsens komische Oper „Maskerade“ mit verblüffend leichter Hand, Titus Engel schwelgt mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchesters lustvoll im Wechsel der Temperamente und Stile dieser großen Nationaloper der Dänen. weiter

„La Calisto“ am Teatro alla Scala

Opern-Kritik: Teatro alla Scala Mailand – La Calisto

Nymphomaner Barock

(Mailand, 30.10.2021) Dank Christophe Rousset verströmt Franceco Cavallis Musik den Duft des Erotischen einer durchgeknallten Gesellschaft, in der Götter und Menschen in multiplen Verkleidungen übereinanderpurzeln. David McVicar setzt das Wunderwerk mit sehr viel Poesie in Szene. weiter

Szenenbild aus „Die Nase“

Opern-Kritik: Bayerische Staatsoper – Die Nase

Zu viele Nasen sind auch keine Lösung

(München, 24.10.2021) Kirill Serebrennikov und Vladimir Jurowski eröffnen mit Schostakowitschs Jugendstreich eine neue Ära an der Bayerischen Staatsoper, die fortan Serge Dorny als Intendant leitet. weiter

Szenenbild aus „Die Meistersinger von Nürnberg“

Opern-Kritik: Oper Leipzig – Die Meistersinger von Nürnberg

Schaut auf diese Stadt

(Leipzig, 23.10.2021) Ein Meilenstein auf dem Weg zu „Wagner 22“ wird bejubelt: Der Brite David Poutney blickt auf die deutscheste, komödiantischste und menschlichste Wagneroper wie von oben. Ulf Schirmer sorgt mit dem Gewandhausorchester für einen flott lebensprallen Wagnerklang und mustergültige Wortverständlichkeit. weiter

Szenenbild aus „Tristan und Isolde“

Opern-Kritik: Theater Chemnitz – Tristan und Isolde

Wagner-Eldorado Chemnitz

(Chemnitz, 23.10.2021) Triumphal: Elisabeth Stöppler führt kriminologisch zugespitzte Wagner-Regie, Annika Hallers kreiert beredte Schauräume, Gesine Völlms Kostüme liefern ganze Romankapitel an Details, GMD Guillermo Garciía Calvo holt Entfesselung aus klagenden, schmelzenden und vernichtenden Melodien. weiter

Szenenbild aus „Anna Bolena“

Opern-Kritik: Grand Théâtre de Genève – Anna Bolena

Vierfacher Belcanto

(Genf, 22.10.2021) Ein Debüt mit Folgen: Sopran-Zauberfrau Elsa Dreisig wagt sich erstmals an eine Belcanto-Königin Donizettis und hinterlässt einige Fragezeichen. Das Regieteam um Mariame Clément und Julia Hansen versteht genau, was der Belcanto braucht und was nicht. weiter

Szenenbild aus „La clemenza di Scipione“

Opern-Kritik: Landestheater Eisenach – La clemenza di Scipione

Sopranisten-Bravour für Johann Christian Bach

(Eisenach, 17.10.2021) Ein De-Luxe-Plädoyer für den Bachsohn, der fast schon Mozart übertrumpft: Dirigent Juri Lebidev als ein Sänger- wie Instrumente-Versteher und Dominik Wilgenbus als Regisseur sorgen für eine fulminante Wiederentdeckung. weiter

Szenenbild aus „Götterdämmerung“

Opern-Kritik: Deutsche Oper Berlin – Götterdämmerung

Alles nur Theater

(Berlin, 17.10.2021) Die großen Fragen von Wagners „Ring“ lässt Stefan Herheim unbeantwortet, große Schau- und Unterhaltungswerte bietet seine Inszenierung allemal. Sir Donald Runnicles und sein Orchester sind dafür wieder in Spitzenform. weiter

Meininger Staatstheater: Der fliegende Holländer

Opern-Kritik: Meininger Staatstheater – Der fliegende Holländer

Senta im Kino-Fieber

(Meiningen, 16.10.2021) Es braucht gar kein Meeresrauschen, um Wagners psychische Bruchstellen zu verdeutlichen: GMD Philippe Bach und Regisseur Kay Metzger setzen die große Wagner-Tradition am einzigen Staatstheater Thüringens eindrucksvoll fort. weiter

Szenenbild aus „Leonore 40/45“

Opern-Kritik: Theater Bonn – Leonore 40/45

Im Zirkus des Krieges

(Bonn, 10.10.2021) Erstaunlich aktuelle Fraternisierungsoper: Regisseur Jürgen R. Weber und Dirigent Daniel Johannes Mayr stellen Rolf Liebermanns Opera semiseria nach 62 Jahren erneut auf den Prüfstand – und beweisen ihre erschreckende Wirkungsmacht. weiter

Szenenbild aus „Norma“

Oper-Kritik: Semperoper Dresden – Norma

Belcanto aus dem Regie-Kühlschrank

(2.10.2021) Peter Konwitschny zeigt auch bei Bellini mit dialektischem Nachdruck allerhand menschliche Desaster, er erweist sich dabei indes immun gegen das sinnliche Fluidum des italienischen Repertoires. weiter

Szenenbild aus „Der Sturz des Antichrist“

OPERN-KRITIK: OPER LEIPZIG – DER STURZ DES ANTICHRIST

Aus dem Inneren einer Diktatur

(Leipzig, 1.10.2021) Es wagnert ganz ohne Wagner: Viktor Ullmanns visionäres Bühnenweihespiel „Der Sturz des Antichrist“ von 1935 eröffnet die Saison als enorm ambitionierte Wiederentdeckung. weiter

Szenenbild aus „Dornröschen“

Opern-Kritik: Landestheater Neustrelitz – Dornröschen

Frauen-Schlachtfeld

(Neustrelitz, 25.9.2021) Die Humperdinck-Renaissance jenseits des Dauerbrenners „Hänsel und Gretel“ nimmt zum 100. Todestag Fahrt auf: Jasmin Solfagharis bunter Bühnenzauber erobert das Publikum im Sturm. weiter

Brittens „Sommernachtstraum“ in Halle: Vanessa Waldhart, Ki-Hyun Park, Leandro Marziotte

Opern-Kritik: Bühnen Halle – Ein Sommernachtstraum

Die Welt als Theater oder die Poesie der Musik

(Halle, 18.9.2021) An der Oper Halle gibt der neue Intendant Walter Sutcliffe seinen Einstand mit einer eigenen Inszenierung von Benjamin Brittens „Ein Sommernachtraum“. weiter

Szenenbild aus „Krieg und Frieden“

Opern-Kritik: Grand Théâtre de Genève – Krieg und Frieden

Russland im surrealistischen Schweben

(Genf, 13.9.2021) Regisseur Calixto Bieito und Dirigent Alejo Pérez erfinden Prokofjews Tolstoi-Monumentaloper und sich selbst zur Saisoneröffnung neu. weiter