Opern-Kritiken
Lesen Sie Opernkritiken von aktuellen Premieren, Uraufführungen und Saisonhighlights aus Deutschland und europäischen Metropolen verfasst von Experten.
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Der Facettenreiche
(Leipzig, 24.4.-26.4.2026) Im Rahmen des Festivals Lortzing 26 erforschen Oper und Musikalische Komödie Leipzig die vielgestaltigen musikalischen wie inhaltlichen Qualitäten des in der Stadt lange Zeit wirkenden Spielopernfürsten Albert Lortzing. Den Chorensembles und den Orchestern der Häuser gebührt dabei die volle Hochachtung.
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Landgang ins metropolitane Spektakel
(Duisburg, 25.4.2026) Leonard Bernsteins Broadway-Hit „On the Town“ zündet dank Regisseurin Louisa Proske, Choreografin Marie-Christin Zeisset, Dirigent Stefan Klingele und einem perfekten Ensemble nicht nur am Hudson River, sondern auch am Rhein.
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Ein stiller Schmerzensmann
(Lübeck, 25.4.2026) Schnörkellos, unsentimental und präzise, so ganz ohne wohlfeile Regieeinfälle führt uns Brigitte Fassbaender Wozzecks Schicksal vor Augen. Baritonstar Bo Skovhus begeistert in der Titelpartie von Alban Bergs Oper.
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Traumata eines Rückkehrers
(Genf, 23.4.2026) Regisseurin Barbora Horáková legt mit ihrer Inszenierung von Puccinis angeblichem Rührstück eine die Interpretations- und Rezeptionsgeschichte fortschreibende famose Deutung vor. Mit hellhöriger Poesie statt mit wohlfeilem Deutungsholzhammer.
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Queeres Liebesdrama
(Braunschweig, 19.4.2026) Regisseur Jan Eßinger deutet die gleichgeschlechtliche Setzung als schicksalhafte Verfallenheit des berühmtesten Liebespaares der Kulturgeschichte. Musikalisch wähnt man sich in den siebten Opernhimmel versetzt.
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Aus dem Bett heraus regieren
(Darmstadt, 18.4.2026) Wenn das Sinnliche auf Unsinn trifft: Am Staatstheater Darmstadt verbindet Regisseur Karsten Wiegand in seiner kammermusikalischen Inszenierung von „Die Krönung der Poppea“ die Intimität einer im Schlafgemach geplanten fürstlichen Intrige mit der frivolen Banalität einer karnevalesken Buffa-Oper.
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Wahnsinn als Staatsraison
(Frankfurt am Main, 12.4.2026) Regisseurin Andrea Breth, Thomas Guggeis und Lucia Ronchetti mit ihrem passend dazu komponierten Prolog machen aus Puccinis „Turandot“ eine beklemmende Studie über Gewaltherrschaft.
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Songspiel und queere Didaktik
(Erfurt, 11.4.2026) Die Oper „For a Look or a Touch“ von Jake Heggie erweist sich als lehrreicher Klassiker des neuen Musiktheaters. Darin erlebt ein jugendliches Publikum die Nöte und Bedrängnisse queerer Personen in Greifweite und ohne betuliches Leisetreten.
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Die Unterwelt: eine feuchte Angelegenheit
(Graz, 11.4.2026) An der Oper Graz bringt Regisseurin Nanine Linning Jean-Philippe Rameaus Barockoper „Castor et Pollux“ als wässrig schwebendes Drama auf die Bühne. Dirigent Bernhard Forck stimmt in den Reigen mit wellenartiger Lyrik ein.
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Undine geht
(Magdeburg, 10.4.2026) Seit 1989 wirkt Undine Dreißig am Theater Magdeburg, dem sie bis heute treu blieb. Nun verabschiedet sie sich von ihrem Publikum: so professionell wie nötig, so privat wie möglich.
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So stilvoll geht Barockspektakel
(Wien, 10.4.2026) Wie ein guter Wein gereift: Fünf Jahre nach der Bayreuther Premiere bringt das Theater an der Wien Leonardo Vincis neapolitanische Barockoper „Alessandro nell’Indie“ zurück auf die Bühne. Max Emanuel Cencics kurzweilige Regie hat dabei nichts von ihrem Witz und Unterhaltungswert eingebüßt.
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Hier spielt die Barockmusik
(Zürich, 25.3.-27.3.2026) Wie ein Koordinatensystem der Stilrichtungen: Die Oper Zürich versammelt in ihrem Festival Zürich Barock die musikalischen Kräfte Europas und wird zum neuen Hotspot der Alten Musik.
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Gefühlswallungen durch Anna Netrebko
(Berlin, 29.3.2026) Die Festtagspremiere von „Un ballo in maschera“ an der Staatsoper Unter den Linden steht ganz im Zeichen von Anna Netrebko als Verdis Amelia. Die Starsopranistin rettet die eher öde Regie von Rafael R. Villalobos.
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Rassenhygieniker Wotan
(Köln, 29.3.2026) Während Paul-Georg Dittrich und sein Team in ihrer Wagner-Deutung einem gedanklichen Kurzschluss erliegen, gerät die musikalische Seite beglückend: Der Mischklang, den das Gürzenich-Orchester unter Marc Albrecht entfaltet, ist von berückender Wirkungsmacht.
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Self-Empowerment für Yoga-Mums
(Stuttgart, 29.3.2026) An der Staatsoper Stuttgart gestaltet GMD Cornelius Meister mit einem kraftvollen Solistenensemble um Rachael Wilson eine hörenswerte Produktion von „Dialogues des Carmélites“. Regisseurin Ewelina Marciniak schießt allerdings mit der einen Regieidee über die Grenzen der viel besseren zweiten hinaus.
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Der Berg ist dein Feind
(Erfurt, 28.3.2026) Am Theater Erfurt feierte Charles Wuorinens Vertonung der Literaturvorlage von Annie Proulx und der Oscar-prämierten Filmversion „Brokeback Mountain“ Premiere.
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Träume ich hier richtig?
(Baden-Baden, 28.3.2026) Die Osterfestspiele gehen mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Joana Mallwitz in eine neue Ära. Inszenatorisch ideenreich und sängerisch bestmöglich gelöst, zeigt die Debütproduktion des „Lohengrin“ durchaus Schwächen.
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Alles auf Anfang
(Salzburg, 27.3.2026) Die Berliner Philharmoniker und ihr Chef Kirill Petrenko kehren zurück an die Salzach. Mit diesem „Rheingold“ ist dem Intendanten der Osterfestspiele, Nikolaus Bachler, ein Coup mit Nachwirkung gelungen.
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Kulissenbühne heutig
(Meiningen, 27.3.2026) Malerfürst Markus Lüpertz verantwortet die „Rheingold“-Premiere als Bühnen- und Kostümbildner sowie Regisseur in Personalunion: Historische Kulissenbühne trifft darin anregend emanzipierende Gegenwartskunst.
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Von Kitsch ersticktes Pathos
(Dresden, 22.3.2026) Pünktlich vor der Karwoche gibt es an der Semperoper mal wieder eine vom Publikum überrannte Neuproduktion von Richard Wagners „Parsifal“. Während Chefdirigent Daniele Gatti musikalisch am Ende doch noch zur Perfektion findet, setzt Regisseur Floris Visser die Inszenierung leider in den Sand.
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„Mein erstes Engagement war eine Operette“
Jonas Kaufmann besinnt sich auf die sogenannte leichte Muse zurück – wobei er bei diesem Begriff schmunzeln muss.
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