Opern-Kritiken
Lesen Sie Opernkritiken von aktuellen Premieren, Uraufführungen und Saisonhighlights aus Deutschland und europäischen Metropolen verfasst von Experten.
-
Alles auf Anfang
(Salzburg, 27.3.2026) Die Berliner Philharmoniker und ihr Chef Kirill Petrenko kehren zurück an die Salzach. Mit diesem „Rheingold“ ist dem Intendanten der Osterfestspiele, Nikolaus Bachler, ein Coup mit Nachwirkung gelungen.
-
Kulissenbühne heutig
(Meiningen, 27.3.2026) Malerfürst Markus Lüpertz verantwortet die „Rheingold“-Premiere als Bühnen- und Kostümbildner sowie Regisseur in Personalunion: Historische Kulissenbühne trifft darin anregend emanzipierende Gegenwartskunst.
-
Von Kitsch ersticktes Pathos
(Dresden, 22.3.2026) Pünktlich vor der Karwoche gibt es an der Semperoper mal wieder eine vom Publikum überrannte Neuproduktion von Richard Wagners „Parsifal“. Während Chefdirigent Daniele Gatti musikalisch am Ende doch noch zur Perfektion findet, setzt Regisseur Floris Visser die Inszenierung leider in den Sand.
-
Weimarer Totalmissbrauch
(Weimar, 21.3.2026) In diesem Korngold-Thriller kommt alles zu plump, weil die Inszenierung den Plot mit störrischer Sensationsgier, ohne Tiefgang und doppelten Boden aufgreift.
-
Demagogie in Megalopolis
(Wiesbaden, 21.3.2026) Während Paul Taubitz und das Hessische Staatsorchester Wiesbaden Vogelgezwitscher und Pathos auskosten, destilliert Ersan Mondtag aus den die Vogelwelt heimsuchenden Wohlstandsbürgern allzu bemüht demagogisches Potential.
-
Tanzende Körper in der Ursuppe
(Genf, 19.3.2026) Bei seinem Opernregiedebüt in Genf lehrt uns Choreograf Edward Clug auf feinsinnige Weise das Staunen. Poesie, Fantasie und Magie schlagen jeglichen Realismus in Rameaus barockem Wunderwerk „Castor et Pollux“.
-
Der Strahlemann-Superman
(Dortmund, 15.3.2026) Zwischen Schlachtengemälde und utopischer Sehnsucht wird am Theater Dortmund die deutsche Erstaufführung der „Mazeppa“ von Clémence de Grandval zur grandiosen Ausgrabung und Wiederbelebung einer späten Grand Opéra.
-
Tod, Heilung, Harmonie
(Leipzig, 14.3.2026) Ein hundertprozentiger Uraufführungserfolg, wie ihn sich viele Theater erträumen: Komponist Bernd Franke bekennt sich zu einem emotionalen Musiktheater in der Nachfolge seines Mentors Hans Werner Henze.
-
Eine Sturmflut der Rache
(Straßburg, 11.3.2026) An der Operá national du Rhin inszeniert Olivier Py höchst eindrucksvoll Édouard Lalos Oper „Le Roi d’Ys“. Atemberaubend, was Samy Rachid und das Orchestre national de Mulhouse zu dieser tragischen Geschichte im Graben entfesseln.
-
Geschichten von der Straße
(Berlin, 8.3.2026)Von wegen Buffa-Komödie mit pointiertem politischem Hintergrund: An der Deutschen Oper Berlin erfindet Rolando Villazón Rossinis „L’italiana in Algeri“ zwischen Tacos und Wrestling als volkstümliche Komödie aus der mexikanischen Vorstadt neu.
-
Wer bin ich?
(Magdeburg, 7.3.2026) Am Theater Magdeburg nimmt sich Regisseur Julien Chavaz Alfred Schnittkes „Leben mit einem Idioten“ vor und entfaltet dabei eine surreale, farbenprächtige Bühnenwelt voller überraschender Wendungen und virtuoser musikalischer Momente.
-
Eine Puppenstube wird zum Horrorhaus
(Frankfurt am Main, 1.3.2026) Regisseurin Tatjana Gürbaca setzt in ihrer Neuinszenierung einer der stärksten Opern des 21. Jahrhunderts auf subtil ausgelotete Momente einer surreal angehauchten Poesie des Abgründigen. Auch musikalisch entlockt Erik Nielsen der Partitur neue Facetten.
-
Wo Fuchs und Frosch ihren Frühlingsreigen tanzen
(Berlin, 28.2.2026) Mit der Erstaufführung von „Das schlaue Füchslein“ an der Staatsoper Unter den Linden beschließt Simon Rattle seinen Janáček-Zyklus. Ted Huffman inszeniert mit realistisch erwachsenen Zügen, ohne das Märchen zu entzaubern.
-
Sternstunde mit brasilianischer Opernentdeckung
(Dessau, 28.2.2026) Am Anhaltischen Theater Dessau gerät die europäische Erstaufführung der „Alma“ von Cláudio Santoro zum großartigen Wurf: eine Oper mit tonaler Originalität und dramatischen Überwältigungen.
-
„Die höchste Errungenschaft des menschlichen Geistes“?
(Wien, 28.2.2026) Florian Leopold Gassmanns „L‘Opera seria“ wird im Musiktheater an der Wien von Regisseur Laurent Pelly, Maestro Christophe Rousset und dem famosen Sängerensemble mit so viel Verve, Leidenschaft und Selbstironie auf die Bühne gezaubert, dass sie als die derzeit beste Operninszenierung in ganz Wien gelten darf.
-
The Power of Love?
(Potsdam, 27.2.2026) Bei der Potsdamer Winteroper gibt es die Opernrarität „Zanaida“ von Johann Christian Bach als Neuinszenierung zu bestaunen. Eine lohnende Repertoirebereicherung: Johanna Soller hat die Kammerakademie Potsdam und das Vokalensemble hörbar inspiriert.
-
Der Totalitarismus hat nicht das letzte Wort
(Mainz, 22.2.2026) Wo Viktor Ullmann in seiner Oper „Der Kaiser von Atlantis“ das Grauen der Vernichtung meinte, setzt Regisseurin Cuéllar Velasco verblüffend poetisch auch utopisches Potential frei. Musikalisch lohnt die Produktion sogar weite Anreisen.
-
Die pazifistische Kriegsoper
(München, 14.2.2026) Der grandiose Torso von Alexander Borodins „Fürst Igor“ scheint heute fast uninszenierbar: Regisseur Roland Schwab und Chefdirigent Rubén Dubrovsky finden dennoch einen Weg, aus dem Fragment und seiner Diversität berührendes Musiktheater mit einer starken Botschaft zu destillieren.
-
Kaltes Gold und feurige Brillanten
(Meiningen, 13.2.2026) In Paul Hindemiths Oper setzt Regisseurin Giulia Giammona die Psychologie der Titelfigur und der Massen in gleichermaßen Beklemmung und Grauen erregende Wechselwirkung. Auch musikalisch läuft dieser packende „Cardillac“ auf Hochtouren.
-
Eine Postkarten-Regie: Es grüßt der Faust
(München, 8.2.2026) An der Bayerischen Staatsoper zeigt Lotte de Beer Charles Gounods „Faust“ als elegant erzähltes Bildertheater. Nathalie Stutzmann überzeugt als eine der größten Dirigentinnen der Zeit mit akademischer Präzision und klanglicher Vielfalt.
-
„Da habe ich gemerkt: Elsa, du musst noch viel lernen!“
Elsa Dreisig hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass sie weiß, wer singt.
Newsletter
Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!























