TV-Tipp: Doku „Christmas Songs“ auf arte

Auf den Spuren eines Weihnachtsphänomens

Heute Abend um 23 Uhr strahlt arte erstmals einen Dokumentarfilm über jüdische Songwriter und deren Weihnachtslieder aus

Symbolbild Christmas Songs © shutterstock

Symbolbild Christmas Songs

„The Christmas Song (Chestnuts Roasting)“, „Silver Bells“, „Do You Hear What I Hear“, „White Christmas“ und „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ – längst sind diese amerikanischen Weihnachtslieder auch hierzulande fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Doch: Wer hat sie eigentlich geschrieben?

Weihnachtslieder ohne christliche Bezüge

Der Dokumentarfilm „Christmas Songs – Jüdische Songwriter und Weihnachten“ von Larry Weinstein ist eine Reise in das Amerika des 20. Jahrhunderts – zu den jüdischen Einwanderern, die wie keine andere Gruppe den amerikanischen Popkultur-Mainstream prägten. Diese neue Generation ließ das europäische Erbe ihrer Eltern hinter sich und tauchte ein in die Welten von Tin Pan Alley, Broadway und Hollywood. Sie schrieben den Soundtrack für den kollektiven amerikanischen Traum und machten auch vor dem heiligsten Fest der Christenheit nicht Halt: Weihnachten.

Sie verfassten die meisten der legendären Weihnachtslieder, die wir jedes Jahr immer wieder gern hören. Dabei gelang es Ihnen, die Vorfreude auf Weihnachten wie kaum jemand sonst in Worte zu fassen. Und: Ihre Lieder verzichten weitgehend auf Bezüge zur christlichen Weihnachtsgeschichte.

Weihnachtslieder und chinesisches Essen

Wie ist eigentlich das Verhältnis des christlichen Weihnachten und des jüdischen Chanukka-Fests, die beide zur gleichen Zeit stattfinden? Wie fühlt es sich an, wenn am 25. Dezember die meisten Familien Weihnachten feiern, die eigene Familie aber nicht? Der Film liefert spannende Einsichten in die jüdische Auseinandersetzung mit dem christlichen Weihnachtsfest.

Die Rahmenhandlung spielt in einem chinesischen Restaurant, denn traditionsgemäß ist das der Ort, an dem viele amerikanische und kanadische Juden den Weihnachtsabend verbringen. Lange Zeit waren an Weihnachten keine anderen Restaurants geöffnet, und die lebensfrohe Ungezwungenheit der großen, runden chinesischen Tische lud zum fröhlichen Verweilen ein.

Dokumentation mit seltenem Archivmaterial

„Christmas Songs – Jüdische Songwriter und Weihnachten“ ist eine beschwingte Kombination aus selten gesehenem Archivmaterial, Musicalauftritten und Interviews mit zeitgenössischen Schriftstellern, Darstellern sowie Kennern der nordamerikanischen Popkultur. Der deutsch-französische Fernsehsender arte strahlt den Dokumentarfilm von Larry Weinstein heute um 23 Uhr erstmals aus.

„Do You Hear What I Hear“ gesungen von Bing Crosby:

concerti-Tipp:

Christmas Songs – Jüdische Songwriter und Weihnachten
So. 24.12., 23 Uhr
arte

2 Antworten zu “Auf den Spuren eines Weihnachtsphänomens”

  1. Reuter, Andreas sagt:

    Wunderbare Sendung, für mich sehr informativ und daher interessiere ich mich auch gleich für die Songliste und bitte Sie, mir diese, wenn vorhanden, zukommen zu lassen. Falls keine vorhanden sein sollte, möchte ich gerne wissen, wer den Song „Did you hear what I hear“ vorgetragen hat, einfach unglaublich gut gesungen.

    • Christine Grüneisen sagt:

      Genau diesen Song und die Interpretation fand ich auch so schön!
      Auf Arte.de gibt es eine ganze Seite über diesen Film, dort unter „Credits“ habe ich dies gefunden: “Do You Hear What I Hear”, Written by Gloria Shayne Baker and Noel Regney, Performed by Aviva Chernick and Justin Gray, Courtesy of Casablanca Music Publishing. Ich hoffe, es hilft weiter 🙂
      Frohe Weihnachten!

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