Roland H. Dippel
Artikel
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Virtuose Hommage
Die Blechbläser von German Brass pirschen durch Klassiker von Johann Strauss (Sohn) und präsentieren den Walzerkönig als Weltbürger.
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Digitaler Spießrutenlauf mit tödlichem Ende
(Nürnberg, 4.10.2025) Dank Regisseurin Ilaria Lanzino erlebt Verdis „La traviata“ am Staatstheater keine bemühte Aktualisierung, sondern die Rückgewinnung von theatralem und relevantem Zündstoff eines Meisterwerks. Auch die Staatsphilharmonie Nürnberg unter Björn Huestege macht den Ausnahmecharakter dieser Partitur deutlich.
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Sanfte Visionen
Pianistin Shani Diluka fängt mit wohltemperierter Balance Musik der Renaissance auf dem Konzertflügel ein.
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Sauberes „Tango-Märchen“
(Erfurt, 27.9.2025) Das Milieu der kleinen Leute und Kleinkriminellen wirkt in der Erfurter Neuproduktion von Piazzollas „María de Buenos Aires“ mal gar nicht anrüchig, sondern wie frisch gewaschen. Regisseurin Stephanie Kuhlmann tappt dafür mitnichten in die Fallen des Stücks. Es gibt frenetischen Beifall.
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Schlanke Monumentalität
Erstmals hat sich William Christie dem Requiem des französischen Barockmeisters André Campra angenommen. Das Ergebnis ist begeisternd.
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Seraphisches Mozart-Leuchten
Mozarts „Idomeneo“ wird mit Simon Rattle, einer ausgzeichneten Sängerschar und dem BR-Symphonieorchester zum Spitzenereignis.
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Der Schalk, der Held, der Visionär
(Hildesheim, 30.8.2025) Emil Nikolaus von Rezniceks „Till Eulenspiegel“ erweist sich am Hildesheimer Theater für Niedersachsen als triumphale Wiederentdeckung – frech, klug und von seltener Strahlkraft.
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Spätbarocke Vokalexplosion
(Innsbruck, 27.8.2025) Tommaso Traettas „Ifigenia in Tauride“ entfaltet bei der Innsbrucker Festwoche ein farbenreiches, psychologisch dichtes Barockdrama. Unter Christophe Roussets Leitung brillieren Ensemble und Chor in vokal anspruchsvollen Partien, während Nicola Raabs Regie die expressive Vielfalt der Opera seria eindrucksvoll transportiert
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Doku-Oper mit sanften Klängen
(Weimar, 26.8.2025) Politisch, präzise und subtil: Die Uraufführung von Sabri Tuluğ Tırpans Doku-Oper „Ganz unten“ lotet den auf Migranten lastenden Arbeits- und Gesellschaftsdruck der 1980er Jahre aus – nüchtern inszeniert, mit eindringlicher Humanität.
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Liebe im Nachglanz
Joyce DiDonato brilliert als Dido mit ergreifender emotionaler Tiefe, zur Seite ihr gleichrangig der Baritenor Michael Spyres.
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Effektvolle Selbstpräsentation
Sopranist Samuel Mariño hält ein spannendes Plädoyer für das lyrische Repertoire und erkundet gleichsam Unterhaltungsmusik.
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Zart und hart
Das Donizetti Opera Orchestra und Riccardo Frizza rücken die Bibeloper „Il diluvio universale“ in ihrer Originalfassung ins Rampenlicht.
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Philharmonischer Sommernachtstraum
Die Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev und Tenor Beczała bezaubern beim Open AIr-Konzert in Schönbrunn mit verschwenderischer Freude an Musik.
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Königinnen-Körperdrama
(Salzburg, 1.8.2025) Ulrich Rasches Salzburger Produktion hat beste Chancen, ein Meilenstein in der Aufführungsgeschichte von Donizettis „Maria Stuarda“ zu werden. Es gab Premierenovationen.
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Innovationspause mit Andeutungen
(Bayreuth, 25.7.2025) Nur auf den ersten Blick ist die Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele eine harmlos verspielte Komödie: Musical-Experte Matthias Davids und sein Team arbeiten ganz genau, setzen ihre Beobachtung der Gegenwart subtil um.
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Gitarrenjuwelen
Brillant, tonschön, subtil und virtuos: Raphaël Feuillâtre stellt mustergültig die Kunst des klassischen Gitarrenspiels unter Beweis.
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Tanz-Abenteuer im urbanen Raum
(Chemnitz, 26.6.2025) Die Kulturhauptstadt 2025 verwandelt sich mit „Odyssee in C“ in eine Bühne für internationalen Tanz. Ballettdirektorin Sabrina Sadowska inszeniert mit überregionalen Kompanien ein bewegendes Stadtballett nach James Joyce.
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Homogen gestaltet
Antonia Bembos Oper „L’Ercole amante“ wird von Jörg Halubek und Il Gusto Barocco aus dem Dornröschenschlaf geweckt.
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Das Kreuz mit der Liebe
(Potsdam, 23.6.2025) Schöner Schein in Reibung am kaum erträglichen Sein: Regisseurin Jean Renshaw deutet im Schloss Sanssouci Steffanis Ariost-Vertonung „Orlando generoso“ mit einem Topos der Aufklärung.
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Perfekt präsentiertes Krisenbewusstsein
(Berlin, 19.6.2025) Die deutsche Erstaufführung „Cassandra“ des belgischen Organisten, Intendanten und Komponisten Bernard Foccroulle wird mit Vehemenz beklatscht: Die farbenreich schattierende Partitur eines Klangmagiers und die Antike und Gegenwart verschaltende Geschichte haben dabei weit mehr Kraft als die Inszenierung, der das Gespür für den Thriller abgeht.
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Wesensverwandt
Mit filigraner Sinnlichkeit zeigen Mezzosopranistin Magdalena Kožená und Pianstin Mitsuko Uchida Verbindungen zwischen Messiaen und Debussy.









