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Experimente, Horizonterweiterungen und geheimes Theater

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  • Experimente, Horizonterweiterungen und geheimes Theater

Aspekte Salzburg 2026


Das aspekteFESTIVAL Salzburg zählt zu den renommiertesten Festivals für Neue Musik in Österreich und spürt vom 11. bis 15. März 2026 dem „Puls“ unserer Zeit nach.

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Der Puls ist ständiger Begleiter menschlichen Lebens. Er ist Ausdruck unserer körperlichen und emotionalen Verfassung und bestimmt nicht zuletzt unser ästhetisches Empfinden von Musik. Denn der erste Rhythmus, den ein Ungeborenes hört und fühlt, noch bevor es andere Klänge wahrnimmt, ist der Herzschlag der Mutter. Daher macht sich das aspekteFESTIVAL, das seit bald fünfzig Jahren in Salzburg dem Herzschlag der Neuen Musik nachspürt, in seiner aktuellen Ausgabe unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Nussbichler den „Puls“ als Motto zu eigen.

Gleich beim Eröffnungskonzert im Großen Saal der Stiftung Mozarteum (11.3.) zeigt das Münchner Kammerorchester, dass ein dem Kompositionsprozess unterworfener Puls sehr vielfältig schlagen beziehungsweise auch gänzlich von seiner pochenden Rhythmik befreit werden kann. Claude Viviers „Zipangu“ reflektiert eine Reise des Komponisten nach Japan, Bali und in den Iran und experimentiert mit verschiedenen Spielweisen der Streicher und den daraus resultierenden Klangfarben. „Everything, Always“ ist ein Werk für Streichorchester und Tonband mit der kommentierenden Stimme der Komponistin Sara Glojnarić. „Vielfältige, stacheligen Klanglandschaften, die aber einer geheimen übergreifenden Dramaturgie folgen“ verspricht Johannes Maria Stauds Rhapsodie „Stachel“, während das erste der zwölf im Rahmen des diesjährigen aspekteFESTIVALS uraufgeführten Werke aus der Feder der in Wien lebenden Komponistin Alexandra Karastoyanova-Hermentin stammt.

Experimentierfreudige Impulsgeber: NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg
Experimentierfreudige Impulsgeber: NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg

Wechselspiel von Nähe und Distanz

Mit gleich vier Uraufführungen wartet das Live-Hörspiel „Schiffbruch mit Zuschauer“ (11.3.) des Künstlerkollektivs büro lunaire in der Stadtgalerie Lehen auf. Zwischen zwei Publikumsblöcken bewegt sich eine Performerin um ein in der Mitte positioniertes Kunstkopfmikrofon. Ihre Stimme und die der Instrumente werden per Funkkopfhörer übertragen. So entsteht ein Wechselspiel von Nähe und Distanz, von Innen- und Außenwahrnehmung, wobei der Text des Autors Stefan Schmitzer auf das gleichnamige Werk des Philosophen Hans Blumenberg rekurriert und die zunehmende Unmöglichkeit verdeutlicht, Bilder der Bedrohung und des Untergangs aus sicherer Entfernung wahrzunehmen.

Vielfältige „(im)Pulse“ gibt auch das NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg in der Szene (12.3.) mit zwei Auftragswerken sowie dem „Regenstück 1–6“ des 2025 verstorbenen Peter Ablinger: In freier Instrumentierung folgen sechs Musizierende ihrem jeweils eigenen Rhythmus. In Bernhard Langs „D31“ verbeugen sich zum Schluss des Konzerts zwei Pianisten in Interaktion mit einem rasend schnellen Playback-Track vor Edgar Froese, den Frontman der legendären Elektronikband Tangerine Dream.

Lebt für die Neue Musik: Kuss Quartett
Lebt für die Neue Musik: Kuss Quartett

Experimenteller Podcast

Am selben Abend sind auch das renommierte Kuss Quartett und Sopranistin Sarah Maria Sun in der Szene zu Gast mit einem Werk von Sara Glojnarić. „Songs for the end of the world“ nimmt das Titanic-Unglück und den Mythos rund um die Band des Ozeandampfers, die bis zu dessen Untergang gespielt haben soll, zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Musik in Momenten der Angst und des Ungewissen. Das Kopfhörerkonzert in Form eines experimentellen Podcast spielt mit musikalischen sowie popkulturellen Verarbeitungsstrategien des Titanic-Desasters.

Mit Sarah Nemtsovs „from shore to shore“ und Beat Furrers „linea dell’orizzonte“ erkundet das Solistenensemble PHACE (13.3.) im Solitär der Universität Mozarteum die sich in der Dämmerung zeigenden Grautöne und Schatten und die mit ihnen einhergehenden Zerrbilder. Zudem steht ein Concertino des österreichischen Komponisten Thomas Wally auf dem Programm, bei dem Geigerin Ivana Pristašova Zaugg den teils hochvirtuosen Solopart übernimmt.

Später am Abend kommen zwei bekennende Enthusiasten zeitgenössischer Musik zusammen: Mit Stücken von Betsy Jolas – die im Sommer ihren hundertsten Geburtstag feiert – über Elliott Carter und Morton Feldman bis zu Augusta Read Thomas richten der Pianist Nicholas Hodges und der Cellist Anssi Karttunen ihren Blick in die USA.

Renommiertes Solistenensemble: PHACE
Renommiertes Solistenensemble: PHACE

Junge Komponierende finden beim aspekteFESTIVAL Gehör

Bewegte Momente für Auge und Ohr verspricht das sechsköpfige Ensemble Motus Percussion (14.3.) in der Szene, das mit vier Werken aus drei Jahrzehnten die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Schlagwerks unter Beweis stellt. Bei ihrem zweiten Auftritt im Rahmen des aspekteFESTIVALS 2026 spielen die Musikerinnen und Musiker von PHACE (14.3.) Uraufführungen von vier Studierenden österreichischer Musikuniversitäten. Insgesamt 16 junge Komponierende hatten die Institute vorgeschlagen, aus denen die Festival-Jury ihre Auswahl getroffen hat.

Im Solitär finden in diesem Jahr außerdem wieder die aspekteSPIELRÄUME statt (15.3.), die jungen herausragenden Interpretinnen und Interpreten von Neuer Musik – allen voran den Preisträgerinnen und Preisträgern des Wettbewerbs „prima la musica“ – eine Bühne für Improvisation, Komposition und Interpretation bieten.

Am Ende des Festivals wird das œsterreichische ensemble fuer neue musik (15.3.) von Geheimnissen umweht. Sowohl Harrison Birtwistles „Secret Theatre“ als auch Jakob Gruchmanns „Dickicht“ weisen den einzelnen Instrumenten solistische Rollen zu. Fabián Panisellos „Seven Japanese Sketches“ spielen mit den Klangfarben japanische Instrumente, und mit „Stille – Chaconne (Verschiebungen)“ bringt das œnm ein neues Werk seines langjährigen Leiters Herbert Grassl zur Uraufführung. Mit zehn Veranstaltungen an fünf Tagen schlägt beim aspekteFESTVAL Salzburg der Puls nur für die Musik.

Termine

Aktuell sind keine Festivaltermine zu finden.

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