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Geselligkeit und Musikgenuss

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  • Geselligkeit und Musikgenuss

Internationales Musikfest Wissembourg 2026

Das Internationale Musikfest Wissembourg steht vom 15. bis 30. August ganz im Zeichen der Kammermusik. Als Stargast hat sich das Quatuor Ébène mit einem Beethoven-Programm angekündigt. Ein Tag gilt dem Wirken der 1925 verstorbenen Komponistin Marie Jaëll.

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Beim Internationalen Musikfest Wissembourg gehen Geselligkeit und Musikgenuss eine Symbiose ein, die seit mehr als zwei Jahrzehnten das Publikum begeistert. Was 2004 als Geheimtipp begann, hat sich mit klugen Programmen und internationalen Stargästen zu einem überregional bedeutsamen Fixstern entwickelt. Mehrere tausend Menschen besuchen allsommerlich die Konzertreihe in der elsässischen, direkt an der Grenze zu Deutschland gelegenen Kleinstadt. In seiner 22. Ausgabe fokussiert sich das ehrenamtlich organisierte Festival einmal mehr auf Klavier- und Kammermusik. Insgesamt stehen vom 15. bis 30. August 2026 sechzehn Konzerte im Kulturzentrum „La Nef“ – dem Langhaus des ehemaligen Dominikanerklosters – und in der Kirche St. Jean auf dem Programm.

Hat sich nach Mendelssohns jugendlichem a-Moll-Streichquartett benannt, dem ersten als Ensemble gespielten Stück: Opus13
Hat sich nach Mendelssohns jugendlichem a-Moll-Streichquartett benannt, dem ersten als Ensemble gespielten Stück: Opus13

Beethoven im Hausgebrauch

Zum Auftakt schließt sich Pianist Julien Gernay, seit zwei Jahren künstlerischer Leiter des Festivals, mit Geiger Pierre Fouchenneret und Cellist François Salque für einen Beethoven-Abend zusammen. Das Trio präsentiert dabei zwei selten zu hörende Bearbeitungen: Zum einen erklingt die zweite Sinfonie – vom Bonner Meister selbst für den Hausgebrauch eingerichtet –, zum anderen das Tripelkonzert in Carl Reineckes Arrangement (15.8.). Tags darauf bittet Nikita Mndoyants zu einem tänzerischen Klangspaziergang mit einer Suite aus Prokofjews Ballett „Cinderella“ und Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ (16.8.).

Mit dem zweiten Preis beim Kammermusikwettbewerb in Lyon ausgestattet kehrt das Duo Ermitage zurück ins Elsass. Neben Cellosonaten von Beethoven und Rachmaninow bringen sie hier die „Fidelio“-Variationen des Franzosen Benoît Menut zu Gehör (17.8.). Wichtige künstlerische Impulse erhielten die beiden vom Quatuor Ébène. Das international gefeierte Streichquartett, das seit vielen Jahren ein gern gesehener Festivalgast ist, hat sich in diesem Sommer zu einem Galakonzert angekündigt (24.8.). Mit Verve und Präzision nehmen sie sich drei Meilensteinen aus Beethovens Schaffen an, darunter der „Großen Fuge“. Zu den aufstrebenden Ensembles zählt indes das Quartett Opus 13. In Wissembourg verbinden die vier Skandinavier Mendelssohns jugendliches a-Moll-Streichquartett mit jenem von Edvard Grieg (21.8.).

Der 2000 in den USA geborene Pianist Arthur Hinnewinkel studierte unter anderem bei Frank Braley
Der 2000 in den USA geborene Pianist Arthur Hinnewinkel studierte unter anderem bei Frank Braley

Humorvolle Kammermusik

Als Residenzkünstler konnten in diesem Jahr Solisten aus dem Orchester der Pariser Oper und aus dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg gewonnen werden. An zwei Abenden in der Kirche St. Jean verbinden sie Richard Strauss’ eigentlich für großes Orchester geschriebene, humorvolle Fantasie „Till Eulenspiegel“ mit zwei Singulären des Repertoires: Beethovens Septett und Schuberts Oktett (19./20.8.).

Einen weiteren Schwerpunkt gestaltet der junge Pianist Arthur Hinnewinkel, der zuletzt mit dem Gewinn des Vierten Preises beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb und der Finalteilnahme beim Clara-Haskil-Wettbewerb von sich reden machte. Seine Carte blanche füllt der 26-Jährige mit gleich zwei Konzerten (22.8.). Zunächst erweist er sich mit einem romantischen Programm als virtuoser Tastenkünstler, danach stellt er an der Seite von Emmanuel Coppey und Stéphanie Huang in Beethovens „Geistertrio“ und Brahms’ zweitem Klaviertrio seine kammermusikalischen Qualitäten unter Beweis.

Präsentieren in Wissembourg Kammermusik von Marie Jaëll: Léa Hennino, Célia Oneto Bensaid, Héloïse Luzzati und Manon Galy (v. l.)
Präsentieren in Wissembourg Kammermusik von Marie Jaëll: Léa Hennino, Célia Oneto Bensaid, Héloïse Luzzati und Manon Galy (v. l.)

Große Bühne für die Komponistin Marie Jaëll

Ein Markenzeichen des Internationalen Musikfests Wissembourg ist der Anspruch, stets auch weniger bekannte Pfade der Klassik zu ergründen. 2026 rückt man daher die Komponistin und Pianistin Marie Jaëll in den Fokus, über die Franz Liszt einmal sagte: „Würde der Name eines Mannes auf ihren Kompositionen stehen, wären sie auf allen Klavieren zu finden.“ Regisseur Damien Fritsch präsentiert nachmittags seinen neuen Dokumentarfilm über die Musikerin, am Abend gibt ein Klavierquartett, bestehend aus Manon Galy, Léa Hennino, Héloïse Luzzati und Célia Oneto Bensaid, Einblicke in das umfangreiche Schaffen der Französin (23.8.).

Liebhaber der Blasmusik sollten sich wiederum das Konzert des Ensemble Ouranos nicht entgehen lassen. Die fünf Künstler bringen ein klassisch-romantisches Programm mit Werken von Mozart über Mendelssohn bis Rossini mit (26.8.). Dass aus Argentinien weit mehr hochklassige Musik kommt als die beliebten Tangos von Astor Piazzolla, zeigen hingegen Bandoneonist Jean-Baptiste Henry und das Quatuor Voce. Unter dem Titel „Figures argentines“ verzaubern sie mit südamerikanischer Klangvielfalt (29.8.). Kein Tango, dafür aber Höhepunkte aus der Ballettmusik des 20. Jahrhunderts von Ravel, Bernstein und Strawinsky hat indes das Klavierduo um Vyacheslav Gryaznov und François-Xavier Poizat im Gepäck (28.8.).

Das Kurpfälzische Kammerorchester ist 2026 erstmals zu Gast beim Internationalen Musikfest Wissembourg
Das Kurpfälzische Kammerorchester ist 2026 erstmals zu Gast beim Internationalen Musikfest Wissembourg

Andalusische Klänge

Festivalleiter Julien Gernay greift in der letzten Woche noch einmal künstlerisch ins Geschehen ein: Gemeinsam mit dem Trio Miroir spielt er Turinas von andalusischen Melodien durchzogenes Klavierquartett (27.8.), zudem steht er als Klavierpartner an der Seite des jungen Geigers Harry Ward aus den Reihen der Berliner Philharmoniker (29.8.). Den krönenden Abschluss gestaltet zum ersten Mal das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim in einem Galakonzert (30.8.). Unter der Leitung von Paul Meyer erklingen Preziosen von Haydn, Mozart und Elgar; der US-Amerikaner Reed Tetzloff übernimmt zudem den Solopart im „Jeunehomme“-Klavierkonzert.

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