Wer bestimmt die Zukunft des Jazz? Während die Branche noch über Geschlechterquoten debattiert, liefert das Festival Women in Jazz in Halle seit über zwei Jahrzehnten Fakten auf der Bühne. In seiner 21. Ausgabe richtet Festivalmacher Ulf Herden den Blick auf die globale Dynamik des Genres und definiert die Frage nach der Herkunft neu. Als Wegbegleiter der internationalen Szene hat es sich das Festival zur Aufgabe gemacht, die musikalischen Größen ebenso wie Newcomer des Genres in die traditionsreiche Stadt in Sachsen-Anhalt zu holen.
Ein Kraftzentrum der diesjährigen Edition ist der afrikanische Kontinent: Die fünffache Grammy-Gewinnerin Angelique Kidjo (Foto) und die US-Sängerin Somi zelebrieren einen transatlantischen Sound, der Jazz-Tradition mit westafrikanischen Wurzeln verschmilzt. Einen weiteren Akzent setzt der Schwerpunkt Osteuropa: Unter dem Titel „Estonia Jazz“ demonstrieren Künstlerinnen wie Kirke Karja und Kadri Voorand, wie eigenständig und modern der Norden klingt. Den Blick nach vorn vervollständigt das Programm mit dem Fokus auf den Nachwuchs: Neben Konzerten von Nubya Garcia, Eva Klesse und Johanna Borchert ist das Publikum beim „Next Generation“-Contest dazu aufgerufen, die Jazzpreisträgerin der Stadt Halle direkt mitzubestimmen.

