Josef Mysliveček

Josef Mysliveček (* 9. März 1737 in Prag; † 4. Februar 1781 in Rom) schrieb seine ersten Kompositionen in Böhmen und widmete sein erstes großes Werk – sechs Sinfonien, die nach den Monaten Januar bis Juni benannt sind – dem Grafen Vincenz von Waldstein. Mit dessen Unterstützung konnte Mysliveček 1763 nach Venedig reisen, um dort Gesang und Komposition zu studieren. Zwei Jahre später wurde in Italien sein erstes Bühnenwerk „Semiramide“ aufgeführt. Das Musiktheaterstück war so ein großer Erfolg, dass er kurz darauf den Auftrag für die Oper „Il Bellerofonte“ erhielt, was zum endgültigen Durchbruch führte. Es folgten nicht nur weitere Aufträge aus Neapel, Florenz, Mailand oder Bologna, Josef Mysliveček avancierte auch im restlichen Europa zu einem der erfolgreichsten Opernkomponisten. In Amsterdam und London wurden seine Werke in Druck gegeben.
Neben seinen kompositorischen Erfolgen machte sich Mysliveček auch einen Namen als Dirigent. Hauptsächlich dirigierte er eigene Werke, 1773 leitete er aber auch die Aufführung der Oper „Orfeo ed Euridice“ von Christoph Willibald Gluck.
Sein Gesamtwerk umfasst neben dreißig Opern auch Sinfonien, Oratorien sowie Kammer- und Sakralmusik.
In den letzten Jahren seines Lebens konnten seine Kompositionen allerdings nicht mehr an den vorherigen Erfolg anknüpfen und Josef Myslivečeks Ruhm verblasste. Er starb verarmt und vergessen in Italien.

Dienstag, 10.11.2020 19:30 Uhr Annenkirche Dresden

Karina Gauvin, Collegium 1704, Václav Luks

Mysliveček: Sinfonie aus „Ezio“, Ouvertüre Nr. 2 A-Dur, & Arie der Cleonice aus „Demetrio“, Mozart: Rezitativ und Arie „E Susanna non vien“ aus „Le Nozze di Figaro“, Bella mia fiamma, addio KV 528 & Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551
„Jupiter“