Günter Wand

Der Dirigent Günter Wand (1912 – 2002) war ein unnachgiebiger Verfechter absoluter Werktreue. Partituren erschienen ihm grundsätzlich völlig unantastbar. Eigenmächtige Ritardandi oder Crescendi galten ihm als beifallheischender „Firlefanz“. Einen Schritt hin zur „historischen Aufführungspraxis“ ist er jedoch auch bei Mozart und Beethoven nie gegangen. Als noch junger Dirigent wurde Wand gefragt, wie er denn die Neunte Sinfonie Beethovens zu interpretieren gedenke, eher wie Arturo Toscanini oder mehr im Stile Wilhelm Furtwänglers. Seine lakonische Antwort lautete: „Wie Beethoven“. Seinem Publikum bleiben besonders die Auftritte seiner späten Jahre unvergessen, wenn er, auf dem Podium noch immer frei stehend, meist ohne Partitur, mit sparsamen Bewegungen, aber unter strengem Augenkontakt mit dem Orchester, „seine“ Bruckner-Sinfonien dirigierte. Obwohl Wand sich im Verlauf seiner Karriere zunehmend auf Beethoven, Schubert, Bruckner und Brahms konzentrierte, war ihm auch die damals zeitgenössische Musik stets ein wichtiges Anliegen. So setzte er sich unter anderem für Werke von Walter Braunfels, Wolfgang Fortner und Bernd Alois Zimmermann ein.

Werk der Woche – Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Mozarts finstere Brillanz

Nicht nur innerhalb der Trias von Mozarts letzten Sinfonien gehört die vorletzte Sinfonie g-Moll KV 550 zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte weiter

Werk der Woche - Bruckner: Sinfonie Nr. 4, die Romantische

Ein Bild des urbanen Mittelalters

Jahrelang arbeitete Anton Bruckner an seiner vierten Sinfonie und schrieb sie mehrmals um. Außerdem spickte er seine „Romantische“ mit vielen bildhaften Anmerkungen, die bis heute die Musikwissenschaft beschäftigen weiter

Werk der Woche – Bruckner: Sinfonie Nr. 6

Später Siegeszug

Schlechte Kritiken, stark veränderte Gesamtaufführungen und ein fehlerhafter Erstdruck: Bruckners Sinfonie Nr. 6 bekam erst spät die Anerkennung, die sie verdiente weiter

Werk der Woche – Schubert: Sinfonie Nr. 8 C-Dur die „Große“

Himmlische Länge

Um Verwirrungen zu vermeiden, erhielt Schuberts Sinfonie Nr. 8 C-Dur den Beinamen die „Große“ weiter

Werk der Woche – Bruckner: Sinfonie Nr. 8

Späte Erfüllung

Vor genau 125 Jahren wurde die zweite Fassung von Anton Bruckners achter Sinfonie durch die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Hans Richter uraufgeführt weiter

Werk der Woche – Schumann: Sinfonie Nr. 4

Für Clara zum Geburtstag

Ein radikales Formkonzept, eine vom Publikum unverstandene Erstaufführung und eine jahrzehntelange Phase der Umarbeitung – Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 benötigte mehrere Anläufe, um sich im Konzertrepertoire zu etablieren weiter

Werk der Woche – Schubert: Sinfonie Nr. 7 h-Moll „Unvollendete“

Unvollendet und verloren

Nicht der Tod war es, der Schubert davon abhielt, seine Sinfonie in h-Moll zu beenden. Was also dann? Eine Spurensuche weiter

Werk der Woche – Bruckner: Sinfonie Nr. 1

Bruckners „keckes Beserl“

Wie kaum ein anderes Werk Bruckners blieb der Entstehungsprozess seiner ersten Sinfonie frei von fremden Einflüssen. Beide erhaltene Fassungen gelten als authentisch weiter

Werk der Woche – Bruckner: Sinfonie Nr. 5

Eine Melodie für Millionen

Ob nun Klassikkenner oder Klassikverachter – wirklich jeder kennt die ersten sieben Töne aus Bruckners Sinfonie Nr. 5 weiter

CD-Rezension Günter Wand

Wands Werk-Erkenntnisse

Zu Günter Wands Konzerten in der in der stets bis zum letzten Hörplatz ausverkauften Hamburger Musikhalle ist man gepilgert. Die legendäre „Ära Wand“ der 80er und 90er Jahre war voller Sternstunden der Bruckner-, Brahms- und Beethovendeutung, Aufführungen mithin, denen in ihrer Verbindung aus klarem Geist und dichtem Gefühl eine zeitlose… weiter