Porträt Ensemble montalbâne

Vergessene Gesänge im Naumburger Dom

Das Ensemble montalbâne bringt die Pracht des Mittelalters zum Klingen.

© Gislén Engelmann

Ensemble montalbâne

Ensemble montalbâne

So schnell kommt das Ensemble montalbâne nicht mehr aus dem Feiern heraus. Als 2018 der Naumburger Dom in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben wurde, war das auch für das Ensemble ein Triumph, begleitete es doch den langen Weg hin zum Titel des Weltkulturerbes als offizieller musikalischer Botschafter des Antrages. Die Aufnahme des Doms ins Weltkulturerbe ist zentrales Thema der diesjährigen Naumburger Hildebrandttage, bei denen auch das Ensemble montalbâne auftritt. Und im nächsten Jahr feiert das Festival montalbâne, aus dem heraus das Ensemble entstand, seine 30. Ausgabe. Das Festival-Motto: „Jubilate!“

Die Musiker erforschen das reiche Spektrum der abendländischen Musik des Mittelalters und verbinden sie mit traditionellen europäischen Gesangsstilen, immer auf der Suche nach einem authentischeren Klangbild, als es die heute vielfach praktizierte Perfektion der Aufführungen mittelalterlicher Musik bietet. Eine feste Besetzung hat das montalbâne Ensemble nicht, vielmehr versteht es sich als musikalisches Projekt, das je nach Repertoire in unterschiedlichen Besetzungen auftritt, so dass ein entsprechend breites Repertoire möglich ist, das sich vor allem, aber nicht nur auf Musik aus Mitteldeutschland konzentriert. Die lokale Verwurzelung des Ensembles zeigt sich aber nicht nur in der Musik, sondern auch in den Auftrittsorten, die sich weitestgehend auf die Heimat Sachsen-Anhalt beschränkt. So verwundert es nicht, dass das Ensemble vom Tourismusverband Sachsen-Anhalt mit dem „Romanikpreis 2014 in Gold“ geehrt wurde.

Das Weltkulturerbe bewundern

Bei seinem Nachmittagskonzert im Rahmen der Hildebrandttage wird das montalbâne Ensemble mittelalterliche Musik aus der liturgischen Praxis des Naumburger Doms im Programm haben, wobei nicht nur Motetten im Mittelpunkt stehen, sondern auch frühe bis früheste Orgelmusik. Unterstützt werden die Musiker von Mitgliedern des Naumburger Kammerchores und des Jugendchores der Domsingschule. An der Orgel wie auch am Dirigierpult sitzt bzw. steht Domkantor Jan-Martin Drafehn. Im Anschluss an das Konzert können die Besucher zudem an einer Sonderführung durch den Naumburger Dom teilnehmen und die Schönheiten des Weltkulturerbes bewundern.

Das Ensemble montalbâne in der Krypta Memleben:

Auch interessant

Opern-Kritik: Bayerische Staatsoper München – Die tote Stadt

Tod, Ekstase, Sumpf

(München, 18.11.2019) Die Korngold-Debütanten Marlis Petersen, Jonas Kaufmann und Kirill Petrenko bescheren der Bayerischen Staatsoper einen Applaus-Marathon, nur die Regie bleibt flach. weiter

Porträt Beatrice Rana

Mit Leichtigkeit

Mit ihrem außergewöhnlichen Talent meistert Beatrice Rana das schwerste Klavierrepertoire. Nebenbei hält sie Ausschau nach unbekannten Werken. weiter

Lieblingsstück Liza Ferschtman

Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert D-Dur op. 35

Die niederländische Geigerin Liza Ferschtman war schon als Kind berührt von der Musik Erich Wolfgang Korngolds. weiter

Kommentare sind geschlossen.