Nicht ganz jugendfreie Hochzeitsmusiken

Rezension Capella Thuringia – Melchior Franck

Nicht ganz jugendfreie Hochzeitsmusiken

Christoph Dittmar überzeugt in seinen ausgesuchten Kleinoden von Melchior Franck mit profundem Wohlklang und nobler Klarheit.

Wie Heinrich Schütz schrieb auch sein Zeitgenosse Melchior Franck herausragende Hochzeitsmusiken. Christoph Dittmar wählte aus dessen für den Coburger Hof entstandenen „Geistlichen Gesängen und Melodeyen“ (1608) jene aus, die bisher noch nie für Tonträger eingespielt wurden. Diese Kleinode gelingen Cantus und Capella Thuringia so überzeugend wie vor kurzem Reinhard Keisers Oratorium „Der blutige und sterbende Jesus“. Francks erste Sammlung mit deutschsprachigen Motetten wurde als ungeeignet für Jugendliche beschrieben. Durch die dialogisierende Begleitung eines Blockflöten-, eines Gamben- und eines Zink-Posaunen-Consort gewinnen die Tonmalereien nach dem Hohelied Salomos in den Aufnahmen aus der St. Laurentius-Kirche in Gräfenroda fast theatralen Farbreichtum. Für Zeitgenossen Francks hatten sie außerordentlich hohen und neuartigen Reiz. Hier erklingen sie mit profundem Wohlklang und nobler Klarheit.

© Alexander Busch

Capella Thuringia

Capella Thuringia

Melchior Franck: Geistliche Gesäng und Melodeyen (Motetten)

Cantus Thuringia, Capella Thuringia, Christoph Dittmar (Leitung)
deutsche harmonia mundi

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