Da gibt es nun wieder eine üppige und runde, eine dunkle und schöne Sopranstimme aus dem Osten. Steht hier also eine neue Netrebko in den Startlöchern? Die in Baku geborene Dinara Alieva wird bereits mit Superlativen bedacht, und doch ist ihre CD eine Enttäuschung. Keine Frage: Hier ist ein Edelstein zu bestaunen, nur fehlt ihm der Feinschliff. Verdis Violetta singt die attraktive Brünette viel zu eindimensional, sie verlässt sich in der Figurenformung auf zu wenige Farben. Von Rollenidentifikation und Raffinesse ist wenig zu spüren. Stattdessen erleben wir Alievas wohliges Baden in stimmlicher Schönheit. Für Puccinis Butterfly oder Cileas Adriana Lecouvreur passt dieses ausladende, mit wollüstigem Vibrato ausgestattete Singen schon besser. Doch das schlampige Italienisch, die nicht vollends fokussierte extreme Höhe trüben das Vergnügen. Alieva gleicht einem großen Versprechen, das (noch) nicht eingelöst wird.
CD-Rezension Dinara Alieva
Edelstein ohne Feinschliff
Dinara Alieva hat die Stimme, aber ihr fehlt die Raffinesse, um eine neue Netrebko zu werden
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„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.
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