Man mag sich gar nicht satt hören an den herrlichen Aufnahmen der Dinorah Varsi. Die 1939 in Uruguay geborene Pianistin, die vor zwei Jahren in Berlin starb, verfügt über die bezwingende interpretatorische Autorität, die erzählerische Dichte und fantastische klanglich-poetische Imaginationskraft der alten Schule. Für die ausgeprägte Kantabilität und das Temperament ihres Klavierspiels nennt sie selbst Maria Callas als Vorbild, deren „Maximum des Ausdrucks“ sie anstrebe. Die vorzüglich editierte Box mit 13 Live-Mitschnitten, 21 Studio-Einspielungen sowie aufschlussreichen Film- und Interviewdokumentationen vermittelt ein umfassendes Bild der Ausnahmekünstlerin – von den frühen Jahren als junge wilde Romantikerin bis zur Vollendung als reife, ruhige, zentrierte Persönlichkeit. Mit ihrem beseelt luziden Chopin, ihrem musikantischen Haydn oder ihrem tief empfundenen Brahms hat sie sich in den Olymp der Klavierkunst gespielt.
CD-Rezension Dinorah Varsi
Verlängerung
Die früh verstorbene Ausnahmepianistin Dinorah Varsi ist dank einer opulenten Edition neu zu entdecken
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„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.
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