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Rezension Julia Wacker – Edgar Allan Poe

Harfenkino

Schauriges von Edgar Allan Poe und Musik für Harfe? Scheint unvereinbar zu sein. Julia Wacker und das Galathea Quartett überzeugen uns vom Gegenteil.

vonEcki Ramón Weber,

Dieses Album ist Hörbuch und Musikalbum zusammen. Neben drei Harfenwerken (Frühmoderne von Henriette Renié und André Caplet, Zeitgenössisches von Thüring Bräm) wurden Prosa und Lyrik von Edgar Allan Poe aufgenommen. Der Clou: Zunächst erklingt das Musikstück, das tatsächlich von einer bestimmten Poe-Geschichte inspiriert ist. Danach folgt der jeweilige Text, durchsetzt mit kommentieren Passagen aus der vorherigen Musik. Das funktioniert wie Musikbegleitung im Stummfilmkino. Eine spannende Erfahrung mit Sprachhaftigkeit von Musik. Julia Wacker demonstriert mit den drei suggestiven Harfenstücken ihr breites Ausdruckspektrum. Hochpräsent und ansprechend, einfühlsam, differenziert in Dynamik, Farbgestaltung und Artikulation, stilsicher in den verschiedenen Spielarten der Dramatik und des Doppelbödigen. Wacker hat den langen Atem für den packenden dramaturgischen Bogen. Bei Caplet steigt das Galatea Quartett mit ein und zaubert zusätzliche Atmosphäre. Verblüfft merkt man: So vielseitig kann Harfe sein.

Edgar Allan Poe und die Harfe
Renie: Ballade Fantastique
Caplet: Conte Fantastique
Bräm: A Wind Blew Out Of A Cloud
Lesungen aus Geschichten von Edgar Allan Poe (Das verräterische Herz, Die Maske des roten Todes & Annabel Lee)

Julia Wacker (Harfe), Galatea Quartett, Petra Auer (Lesung)
Ars

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