Busoni Piano Competition 2021: Glocal Piano Project

Wenn der Wettbewerb zu den Teilnehmern kommt

Unter der Losung „Glocal Piano Project“ fand die Vorauswahl zur Busoni Piano Competition 2021 diesmal weltweit statt. Nun darf das Publikum vor dem PC mitentscheiden, wer ins Finale einziehen darf.

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Das „Glocal Piano Project“ machte unter anderem in Hamburg, Barcelona, München und Paris Halt

Das „Glocal Piano Project“ machte unter anderem in Hamburg, Barcelona, München und Paris Halt

„Busoni selbst hat sich stets verpflichtet, sein Bestes zu geben. Ein echter Kämpfer“, sagt Peter Paul Kainrath, künstlerischer Leiter des 63. Internationalen Ferruccio Busoni Klavierwettbewerbs, in diesem Jahr übertitelt mit „Glocal Piano Project“. Zusammen mit dem langjährigen Partner Steinway & Sons will er ein Zeichen setzen, indem der Klavierwettbewerb trotz Pandemie stattfindet. Der Druck der aktuellen Situation soll nicht den Wirkungsgrad und das Selbstverständnis der traditionsreichen Institution schmälern. „Wenn die Teilnehmer nicht zum Wettbewerb können, warum kommen wir nicht zu ihnen?“, war laut Gerrit Glaner, Künstlerbetreuer bei Steinway & Sons, die Idee hinter der 63. Auflage des Wettbewerbs.

So spielten in diesem Monat in 23 Städten auf vier Kontinenten 98 junge Pianisten aus 28 Ländern. An oder in der Nähe ihres Wohnorts präsentierten sie ihr Programm immer unter den gleichen Bedingungen: an einem Steinway-Modell D-274. Dort wurden die Wettbewerbsbeiträge der Vorrunde digital aufgezeichnet, womöglich auch vor einem kleinen, lokalen Livepublikum. Das „Glocal Piano Project“ machte unter anderem in Hamburg, Barcelona, München und Paris Halt. Die Aufzeichnungen sind nun auf verschiedenen Plattformen bis August 2021 abrufbar. Erstmals ist auch das Online-Publikum eingeladen, aktiv am Wettbewerb teilzunehmen und über den Publikumspreis bis zu acht Kandidaten den Einzug ins Finale in Bozen im Sommer kommenden Jahres zu ermöglichen. Die Abstimmung auf der Webseite des Wettbewerbs ist noch bis 26. November möglich.

Fester Glaube an künstlerische Vielfalt und Freiheit

In der siebenköpfigen Jury sitzen mit Präsident Elmar Weingarten und Pianist Michail Lifits zwei deutsche Juroren. Die Stiftung Busoni-Mahler, die den Internationalen Ferruccio Busoni Klavierwettbewerb ausrichtet, unterstreicht mit diesem hybriden Format ihren festen Glauben an künstlerische Vielfalt und Freiheit, eine Idee, die auch in Ferruccio Busonis Worten liegt: „Frei ist die Tonkunst geboren und frei zu werden ihre Bestimmung.“

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