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Magazin - PORTRÄT daniel behle - Auf Wunderlichs Spuren

 

PORTRÄT daniel behle

Auf Wunderlichs Spuren


Der Tenor Daniel Behle schließt eine Lücke


von Peter Krause

© Marco Borggreve

Unsere Tenorwelt wirkt wohlgeordnet. Jonas Kaufmann ist der neue deutsche Heldentenor für Wagner und Verismo, Vittorio Grigolo der Latin Lover bei Verdi und Puccini und Juan Diego Flórez der Lyriker des Belcantofachs. Nur die einstige Domäne des legendären Fritz Wunderlich, dieses idealen Mozart-Sängers und wunderbaren Liedgestalters, scheint gar nicht besetzt.

 

Um diese Lücke zu schließen, steht ein Sänger in den Startlöchern: Daniel Behle. Spätestens seit er im Herbst 2010 unter René Jacobs Die Zauberflöte aufgenommen hat, vergleicht die Fachpresse ihn mit dem jungen Wunderlich. Seine Gastspiele an den wichtigsten Opernhäusern Europas belegen, dass er längst kein Geheimtipp mehr ist. Im Gespräch betont Behle, wie wichtig für ihn sein erstes Engagement war: Als solches versteht er indes nicht die Zeit am Staatstheater Oldenburg, wo er seine Sängerkarriere offiziell begann, sondern die Studienjahre an der Hamburger Musikhochschule. Die Diplom­inszenierungen an der Milchstraße wertet er als ganz wichtige Erfahrung: „Ich konnte Spielen und Singen lernen und direkt vor Publikum ausprobieren, wie weit ich stimmlich gehen kann.“

 

Das Besondere an Behles ersten Schritten auf der Opernbühne: Zu dieser Zeit hatte er sein Gesangsstudium noch gar nicht aufgenommen! Denn der vielseitig Begabte hatte zunächst Schulmusik, dann Posaune und Komposition studiert: „Mein Kompositionsprofessor Peter Michael Hamel hat mich sehr geprägt und beeindruckt, er wurde ein Lebensmentor für mich“, sagt Behle, der eine große innere Ruhe ausstrahlt und gelernt hat „nein zu sagen“, etwa wenn man ihm jetzt schon den Lohengrin anbietet. Noch heute komponiert Behle, hat Lieder geschrieben und eine Bearbeitung des Tenorhits Granada – für fünf Blechbläser und Tenor: „Komponieren ist ein erweitertes Hobby, mit dem ich die tote Zeit zwischen den Vorstellungen nutze, wenn ich gastiere.“

 

Daniel Behle ist ein Künstler, der über den Tellerrand eines Tenors weit hinausblickt. Sein Musikerleben begann, sagt er augenzwinkernd, „als Sohn meiner Mutter“. Renate Behle, die dramatische Sopranistin, hat natürlich privat mit Daniel gesungen. „Aber das Singen war nie ein Thema für mich, bis ich 24 Jahre alt war“. Gesangstechnisch bezeichnet Behle seine Mutter als seine wichtigste Lehrerin. Von ihr hat er gelernt, das Singen analytisch anzugehen. Von seinem verehrten Lehrer James Wagner aber ist er in die Geheimnisse des „Sänger-Seins“ eingeführt worden, mit ihm hat er über Fragen der Aura, der Attitüde und des sängerischen Ego gesprochen. Ihm verdankt er das Gespür für die wenig fassbaren Parameter des Singens, „das Gefühl für die Menschen im Saal, die Wahrnehmung des Raums und das Loslassen-Können.“ So sehr er als Opernsänger gefragt ist, so wichtig ist für Behle „die Parallelität von Lied, Oratorium und Oper“, um „Leichtigkeit, lange Linienführung und klangliches Zupacken“ nebeneinander zu trainieren.

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Freitag, 06. April 2012, 18:00 Uhr

Hauptkirche St. Petri, Hamburg

Bach: Johannes-Passion (Fassung 1725)

Hamburger Bachchor St. Petri
Hamburger Barockensemble


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Daniel Behle (Tenor), Sveinung Bjelland (Klavier), Andy Miles (Klarinette), RIAS Kammerchor. Capriccio
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