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Ticket-Verlosung: Oper Frankfurt – Bluthochzeit

Schlussstrich für alles Zwischenmenschliche

Mit „Bluthochzeit“, das zurzeit an der Oper Frankfurt gezeigt wird, gelang Wolfgang Fortner ein Meisterwerk der klassischen Nachkriegsmoderne. concerti verlost 3×2 Tickets für die Vorstellung am 15.6.

vonconcerti,

Wie durchbricht man die Kette aus Hass und Misstrauen? Unter der gleißenden Hitze Andalusiens liegt ein Dorf, dessen Gemüter so karg erscheinen wie die Landschaft selbst. Eine alte Fehde ist nicht zu begraben, zwei Familien stehen sich mit blutigem Vergeltungswillen gegenüber. Eine Hochzeit soll Frieden stiften, doch unter der festlichen Oberfläche brodeln Begehren, Verlust und Gewalt.

Wolfgang Fortners Oper „Bluthochzeit“ nach Federico García Lorca erzählt von zwei seit Generationen verfeindeten Familien. Die Mutter des Bräutigams hat bereits Mann und Sohn durch die Blutrache verloren und fürchtet nun um ihr letztes Kind. Als die Braut am Hochzeitstag mit ihrem früheren Geliebten Leonardo flieht, einem Angehörigen des gegnerischen Clans, setzt sich eine verhängnisvolle Kette aus Leidenschaft, Verfolgung und Vergeltung in Gang. Im Wald kommt es zur tödlichen Konfrontation. Zurück bleiben Menschen, die an ihren Verlusten und den Zwängen ihrer Gemeinschaft zerbrochen sind.

Psychologie und Antifolklorismus

Für Fortner war Lorcas Drama die ideale Opernvorlage. Leidenschaft, Rache und Tod verdichten sich hier zu einer modernen Schicksalstragödie von archaischer Wucht – zugleich ein Plädoyer für Freiheit und Liebe gegen die Gewalt von Tradition und gesellschaftlichem Zwang. Der Komponist übernahm Lorcas Text weitgehend unverändert und entwickelte daraus eine Musiksprache, die gesprochene und gesungene Passagen eng miteinander verzahnt. Bewundernswert gelingt es ihm, den Geist spanischer Musik aufzunehmen, ohne je in folkloristische Klischees zu verfallen. Im Zentrum steht stets die präzise Psychologie der Figuren und ihrer Konflikte.

concerti verlost 3 × 2 Tickets für Wolfgang Fortners „Bluthochzeit“ am 15. Juni um 19 Uhr in der Oper Frankfurt

Auch die neue Frankfurter Produktion versteht „Bluthochzeit“ als existenzielles Musiktheater. Àlex Ollé verweigert der Geschichte jede Spur folkloristischer Wärme und entwirft stattdessen eine beklemmende Welt aus Dunkelheit, Erstarrung und emotionaler Verwüstung. Prägend ist das aus lichtdurchlässigen Gazeschichten geformte Bühnenbild, das sich mal zur unüberwindbaren Mauer verdichtet, mal den Blick auf die verletzlichen Innenwelten der Figuren freigibt.

Kunstvoll verschmelzen so die harte Realität des Dorfes und die poetisch-symbolische Gegenwelt der nächtlichen Waldszene, die mit Daniela Ziegler und Ensemblesänger AJ Glueckert zu den stärksten Momenten des Abends zählt. Nicht minder eindringlich agieren Claudia Mahnke als Mutter und Magdalena Hinterdobler als Braut, die die seelischen Verwerfungen dieses Dramas mit großer Intensität freilegen. Das Ergebnis ist eine atemberaubend packende und sehenswerte, wenngleich fordernde Produktion.

Ticket-Verlosung: Oper Frankfurt – Bluthochzeit

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