Als freischaffende Mezzosopranistin ist Lea Desandre in der Wahl ihrer Opernrollen – von den tragisch-heroischen Charakteren eines Idamante („Idomeneo“) bis zum liebenswürdig ins Sexuell-Komische tendierenden Cherubino („Le nozze di Figaro“) – ebenso frei und selbstbestimmt wie in der Auswahl ihres Liedrepertoires. Letzteres demonstriert die italienisch-französische Sängerin nun in einem Gastspiel in Dortmund, wo sie den Topoi der Lieder Franz Schuberts – Liebes- und Reisesehnsucht sowie Antikenverehrung – entsprechende Pendants französischer Komponisten gegenüberstellt. Neben Henri Duparc und Claude Debussy erklingen insbesondere Hector Berlioz’ „Les nuits d’été“, die entgegen ihres Namens keine lauen Sommernächte beschwören, sondern von Liebesverlust und Melancholie getragen sind. Gerade das französische Repertoire dürfte Lea Desandres Klavierpartner Tanguy de Williencourt besonders nahe sein, führen ihn seine diskographischen Unternehmungen seit Jahren immer wieder in die Klangwelt der französischen Romantik und des Fin de Siècle.
Lea Desandre und Tanguy de Williencourt in Dortmund
Das Französische im Schubert-Lied
Lea Desandre und Tanguy de Williencourt erkunden in Dortmund die Wechselwirkung zwischen deutscher und französischer Liedromantik.
© Eric Nehr
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