Als einen der Dreh- und Angelpunkte des lust- und liebestrunkenen Festivalprogramms hat die styriarte einen ganz besonderen Schatz aus den Tiefen der Archive emporgehoben: Die Oper „Amor und Psyche“ von Johann Joseph Fux ist die bislang dramatischste Partitur der Grazer Opernfeste. Unter freiem Himmel aufgeführt, verkörpert sie die ganze Pracht des Barock im atmosphärischen Innenhof von Schloss Eggenberg.

Der als Bauernsohn in Hirtenfeld bei Graz geborene Fux hatte die Oper unter dem Titel „Psiche“ im Jahr 1720 für Kaiser Karl VI. komponiert, der sie wiederum seiner Frau zum Namenstag schenkte. In dem zugrunde liegenden antiken Sujet – dem Märchen der schönen Prinzessin Psyche, die durch ihre unbezähmbare Neugier um ihren Geliebten Amor gebracht wird – versammelt sich alles, was Barockoper ausmacht: Liebe und Lust, Verlangen und Verzweiflung, Eifersucht und Vergebung, eingesponnen in das prachtvolle Gewand packender Musik.

Die musikalische Leitung der auf siebzig Minuten verkürzten Fassung der „Psiche“ übernimmt Alfredo Bernardini. Der italienische Maestro wird seine bisherigen Fux-Erfahrungen mit Hingabe vom Pult aus in den üppigen Klang des Zefiro Barockorchesters und des Arnold Schoenberg Chors übertragen. Das fünfköpfige Solistenensemble wird angeführt von Sopranistin Monica Piccinini in der Rolle der Psyche und ihrem göttlichen Verehrer Amor, verkörpert von Countertenor Raffaele Pe. Ihre Gegenspielerin findet das Liebespaar in Carlotta Colombo als zürnende Venus. Die Fux-Inszenierung verantwortet erstmals bei der styriarte der Regisseur Adrian Schvarzstein.