3 Fragen an ...

… Jo Schück

Der Journalist Jo Schück moderiert für das ZDF neben der Sendung „aspekte“ auch weitere Kulturformate im Fernsehen.

© Katharina Hintze

Jo Schück

Jo Schück

Gemeinsam mit Igor Levit tauchen Sie im „aspekte Talk“ in die Tiefen der Musik ein. Was sind Ihre journalistischen Beweggründe hinter dem Format?

Jo Schück: Ich hatte Igor im Februar in einem Beethoven-Spezial eine ganze Sendung lang zu Gast. An einer Stelle bat ich ihn, mir seine Sicht auf den Meister am Klavier sitzend zu erklären. Uns beiden und offenbar auch den Zuschauern hat diese spezielle Form der Musikvermittlung so viel Freude bereitet, dass wir eine Art Spin-Off daraus gemacht haben.

Inwiefern begleitet Sie die klassische Musik in Ihrem Berufsalltag?

Schück: Die Klassik hat es nicht immer einfach in den Medien, allerdings machen es sich manche Protagonisten der Szene auch besonders schwer – indem sie immer noch eine gewisse Distinguiert­heit an den Tag legen. Ich will klassische Musik aber – wie alle anderen Spielarten von Kultur – nicht mit Samthandschuhen anfassen, sondern einfach als nahbaren Teil unserer vielfältigen Kultur begreifen.

In Zeiten von Corona steht die Frage im Raum, ob Kultur systemrelevant ist. Ist sie das für Sie?

Schück: Ja! Die Coronakrise ist für uns alle auf psychologischer Ebene eine wahnsinnige Herausforderung. Ohne Kunst und Kultur wären viele von uns längst vor die Hunde ­gegangen. Auch für die Zeit danach wird Kultur eine wesentliche Rolle spielen, denn sie bietet die Plattform, auf der wir soziale, politische und gesellschaftliche Probleme diskutieren können. Umso wichtiger ist es, Künstler bei ihrem Kampf um die finanzielle Existenz zu unterstützen – jetzt erst recht!

Auch interessant

Interview Xavier de Maistre

„Es ärgert mich, dass die Kunst momentan zu wenig Beachtung findet“

Im Interview spricht Harfenist Xavier de Maistre darüber, wie seine Arbeit als Porträtkünstler für das Schleswig-Holstein Musik Festival weitergeht, das Alternativprogramm und die Vor- und Nachteile von Streaming. weiter

Blickwinkel: Raphael von Hoensbroech

„Der Schaden ist gigantisch“

Raphael von Hoensbroech, Intendant des Konzerthaus Dortmund, über Krisenmanagement, alternative Spielplankonzepte und menschliche Schicksale. weiter

Interview Kevin John Edusei

„Rassismus im Klassikbetrieb ist absolut real“

Kevin John Edusei, seit 2014 Chefdirigent der Münchner Symphoniker, wurde als Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter in Bielefeld geboren. Ungleichbehandlungen aufgrund seiner Hautfarbe hat er mehr als einmal erlebt. weiter

Kommentare sind geschlossen.