TV-Tipp 3.2.: alpha-retro: Ein Tag im Ballett der Bayerischen Staatsoper

Wie kleine Tauben fliegen lernen: Einblicke in das Kinderballett der Bayerischen Staatsoper

Ein außergewöhnliches Filmdokument porträtiert die Probensituation an der Bayerischen Staatsoper der Nachkriegszeit.

Filmstill aus "Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper" © BR

Filmstill aus "Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper"

ARD-alpha hat es sich mit seinem Format „alpha-retro spezial“ zur Aufgabe gemacht, außergewöhnliche Archivfilme ausfindig zu machen und mithilfe von Zeitzeugen diese alten Filme neu zu sehen. Am 3. Februar dreht sich der Abend ums Ballett. Genauer geht es um die Bayerische Staatsoper und deren Ballettschule. Zuvor lässt die mittlerweile 74-jährige Corinna Schott die Zuschauer einleitend zum Film „Mit den Füßen fängt es an“ an ihren Erinnerungen aus dem unheimlichen Nachkriegsgebäude teilhaben und gibt dem Schwarz-Weiß-Film dank ihrer Anekdoten einiges an Farbe zurück. Um 21:40 Uhr beginnt dann der Einblick in einen Tag beim Ballett.

1955: Proben in Ruinen an der Bayerischen Staatsoper

Filmstill aus "Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper". Das Münchner Nationaltheater 1955 mit Bombenschäden. Eingeblendet ist Corinna Schott, ehemalige Ballettschülerin

Filmstill aus „Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper“. Das Münchner Nationaltheater 1955 mit Bombenschäden. Eingeblendet ist Corinna Schott, ehemalige Ballettschülerin © BR

Auf dem zerbombten und noch nicht restaurierten Gelände der Bayerischen Staatsoper sieht man zunächst die Erwachsenen zu ihren vormittäglichen Übungen huschen. Mit den älteren Solisten, Vortänzern und Eleven beginnt also ein typischer Tag beim Münchner Ballett, von dem der Dokumentarfilm erzählt. Die Bilder von 1955 zeigen sowohl das Tanztraining der Erwachsenen als auch die Nachmittagseinheit der Kinder. Während die aufrecht gespannten Jüngeren zur Klavierbegleitung an der Stange üben, kommt Ballettmeister Alan Carter in den Saal und wählt für sein neues Ballett „Taubenflug“ geeignete Mädchen aus. Die kleinen Tauben des heutzutage kaum bekannten Stücks tanzen zur Musik von Otto-Erich Schilling und feiern schließlich ihre erste Bühnenpremiere am 2. September 1955. Nicht nur die Freude übers Mitmachen oder die Enttäuschung des Ausscheidens sind Teil des Films, auch die eigentlichen Proben für Carters Choreografie werden parallel zum regulären Training porträtiert.

Filmstill aus "Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper"

Filmstill aus „Mit den Füßen fängt es an – Ein Tag beim Ballett der Bayerischen Staatsoper“ © BR

Der knapp halbstündige Film bietet tanzspezifisches Hintergrundwissen, atmosphärische Aufnahmen und Einblicke in den Ballettalltag und rundet damit den Themenabend von ARD-alpha ab. Mit den „im Takt des ängstlichen Refrains ‚Ich komm zu spät, ich komm zu spät!‘“ laufenden Füßen beginnt der Tag in Münchens Maximilianstraße – und mit den trainierten Füßen beginnt die Ballettkarriere.

concerti-Tipp:

alpha-retro: Ein Tag beim Ballett (1955)
So. 3.2.2019, 21:40 Uhr
ARD-alpha

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