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Porträt Leonard Elschenbroich

Vom Cellisten zum künstlerischen Mentor eines bolivianischen Orchesters

Der Frankfurter Leonard Elschenbroich begeistert mit intellektueller Neugier, technischem Können und Tiefe des Ausdrucks.

vonIrem Çatı,

Lange musste Leonard Elschenbroich nicht auf den Erfolg warten. Schon mit zehn Jahren wurde der 1985 in Frankfurt am Main geborene Cellist mit einem Stipendium an die Yehudi Menuhin School in London aufgenommen, wo sein früh entdecktes musikalisches Talent weiter gefördert wurde. Später setzte er seine Ausbildung bei Frans Helmerson an der Musikhochschule in Köln fort. Schnell wurden Größen wie Anne-Sophie Mutter auf den jungen Musiker aufmerksam, die ihn vier Jahre lang in ihrer Stiftung förderte und Elschenbroich zum großen Durchbruch verhalf, als sie gemeinsam mit ihm das Schleswig-Holstein Musik Festival 2009 eröffnete.

Heute gibt er sein Wissen in Meisterkursen an die nächste Generation weiter und überzeugt besonders mit einem Projekt: 2013 gründete er gemeinsam mit Miguel Salazar das Orquesta Filarmonica de Bolivia. Während seiner Tour durch Lateinamerika hat ­Elschenbroich die jungen Musiker zum ersten Mal spielen hören und war positiv „erschrocken“ über deren Spielweise: „Energie, Leidenschaft, Ehrgeiz und ein Brennen für die Musik, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich wusste von dem Moment an, dass diese Musiker jede Unterstützung verdient hatten und dass ich vorerst dafür verantwortlich sein müsste.“ Auch er selbst hat etwas Wichtiges aus der Zusammenarbeit mitgenommen: seine Freude am Dirigieren. Sein Hauptaugenmerk liegt aber immer noch auf dem Cellospiel.

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