Porträt Metropolis Orchester Berlin

Klangdramatik für die „Symphonie des Grauens“

Das Berliner Metropolis Orchester hat sich auf die Vertonung von Stummfilmklassikern spezialisiert.

Metropolis Orchester Berlin © Katarzyna Mazur

Metropolis Orchester Berlin

Seit 2016 hat Berlin wieder ein eigenes Stummfilm-Orchester in „klassischer Besetzung“ mit 15 Musikern: Blech, Hölzer, Streicher, Schlagwerk und natürlich Saxofon, der unverzichtbare exotisch- moderne Farbtupfer. In Kooperation mit Frank Strobels inzwischen weltweit aktiver Europäischer Filmphilharmonie, die ihren musikalischen Radius von Pionierprojekten wie „J’accuse“ um Aufführungen von „Star Wars“ und Disney-Medleys erweitert hat, pflegt das junge Metropolis Orchester Berlin sein spezifisch regionales Flair. Tatsächlich spielte es 2017 als Kontrastprogramm zum eigenen Festival „100 Jahre UFA“ mit beim bildungskritischen Programm und Album „Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien“ des Chansonniers und Kabarettisten Sebastian Krämer.

Doch meistens musiziert man standes- und genregemäß im Cineasten-Mittelpunkt Zeughauskino oder im einstmals mondänen Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort hatte das Berliner Metropol Orchester just zum 90-jährigen Jubiläum von Fritz Langs Science-Fiction-Stummfilmklassiker „Metropolis“ am 12. Januar 2017 im Uraufführungspalast den großen Durchbruch in der Berliner und überregionalen Medienlandschaft.

Metropolis Orchester Berlin. Live-Musik zu Stummfilmen

Metropolis Orchester Berlin. Live-Musik zu Stummfilmen © Volha Karas

Das Metropolis Orchester Berlin ist der Stummfilmzeit auf der Spur

Als künstlerischer Leiter weiß der Posaunist und Dirigent Burkhard Götze um die bestmöglichen Klangfarbenwechsel bei dramatischen Überwältigungsoffensiven der Stummfilmzeit. Ihm haben es die alten Partituren des genialen Edmund Meisel („Panzerkreuzer Potemkin“, „Berlin – Symphonie einer Großstadt“) und die Arrangements Hans Brandners angetan. Weil die Noten und Tonspuren vieler Stummfilme nur mit beträchtlichen Lücken überliefert sind, leistet sich das Metropolis Orchester Berlin einen eigenen Composer in Residence: Richard Siedhoff schuf für die Rekonstruktion von Friedrich Wilhelm Murnaus Debütdrama „Der Gang in die Nacht“ die stilistisch treffsichere und mit dem Metropolis Orchester Berlin auch auf DVD veröffentlichte Musik. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Ensemble ein beeindruckendes Repertoire von bekannten Klassikern und Raritäten erschlossen. Die Zusammenarbeit mit den großen Fernsehanstalten, Museen, Forschungszentren und wichtigen Filmmusik-Experten wie Helmut Imig sorgt für ein buntes Auftrittsspektrum.

Mit der Vertonung des Stummfilmklassikers „Metropolis“ feierte das Metropolis Orchester ihren Durchbruch:

Kommentare sind geschlossen.