The Erlkings im Porträt

Lieder von Franz Schubert – neu frisiert

Die Erlkings aus Wien pflegen ihren ureigenen „Schubadour-Style“ auf englisch, arrangiert für Gesang und Gitarre, Cello, Tuba und Perkussion

© Andrej Grilc

The Erlkings

The Erlkings

Schubert geht bekanntlich immer. Bei den Erlkings geht er aber auch anders! Das Quartett verpackt die Kompositionen des Liederfürsten kurzerhand neu und katapultiert sie ins 21. Jahrhundert. Crossover könnte man das nennen. Oder, noch einfacher: richtig gute Musik.

Die Erlkings reimen und interpretieren Schubert

Die Arrangements: Gesang und Gitarre, Cello, Trompete/Tuba und Schlagwerk. Der Sound: spritzig, frisch, unkonventionell. Die Texte: englisch. Und zwar nicht einfach eins zu eins übersetzt, sondern durchaus frei(er) interpretiert vom US-amerikanischen Sänger der Truppe, Bryan Benner. So wird beispielsweise aus „Und schere vom Kinne das struppige Haar, sonst scheut sich im Garten das Rehlein fürwahr“ in der englischsprachigen „Jäger“-Version ein freimütig gereimtes „Shave off your beard, when you come to this place, you’ll scare her away with your ugly face“.

© Andrej Grilc

The Erlkings

The Erlkings

Cellist Ivan Turkalj, Bläser Gabriel Hopfmüller und Perkussionist Thomas Toppler wehren sich gegen das Denken in Schubladen. Der ureigene „Schubadour-Style“ des Vierers sorgt dafür, dass das Kunstlied zwar noch zu spüren ist, aber in bunten Farben zwischen Klassik und Pop, mittelalterlichem Troubadour sowie Folk und rockigen Elementen schimmern darf.

Diese vier Musiker sprechen einfach alle Generationen an

Mit seiner musikalischen Neugier und stilistischen Weitsicht will das klassisch ausgebildete Quartett alle Generationen ansprechen. So spielt man für ein gesetzteres Publikum ebenso leidenschaftlich gern auf wie für Kinder und Jugendliche. „Wenn da die Tuba scheppert wie die Mühle am rauschenden Bach, ist das ein Heidenspaß“, freut sich die Neue Musikzeitung über den Auftritt der Erlkings beim Heidelberger Frühling 2017.

Dass die feinen Schattierungen des „puren“ Originals mit Gesang und Klavier phasenweise verblassen, ist angesichts des genannten „Fun-Potenzials“ vermutlich zu vernachlässigen. „Man spürt, wie hier mit Respekt und Liebe zu Franz Schubert musiziert wird“, betont dann auch kulturradio.de mit Blick auf die aktuelle CD „Die schöne Müllerin“. Selbst in der altehrwürdigen Londoner Wigmore Hall wurde den Erlkings schon der Hof gemacht. Auch hier freute man sich auf und über die Band, die über die rare Gabe verfügen soll, das Publikum zu Goethe- und Schiller-Nummern tanzen zu lassen.

Bryan Benner über „Die schöne Müllerin“ bei KlickKlack:

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