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Rezension Alexandra Sostmann – J. S. Bach: Das wohltemperierte Klavier Vol. 1

Klangalchimistin

Das Cembalo im Ohr, den Flügel unter den Händen: Alexandra Sostmann stemmt souverän und hochinspiriert den ersten Teil von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“.

vonEcki Ramón Weber,

Gestochen scharf gerät die berühmte erste Nummer des „Wohltemperierten Klaviers“, Präludium und Fuge C-Dur. Ohne Schwelgerei, ohne oberflächlichen Effekt. Stattdessen ungemein präzise, mit feinen Nuancen in Dynamik, Tongebung und Farbe, die schnurrende Maschinerie der aufgefächerten Harmonien bei Bach, das Eintauchen in den Reichtum der Akkorde und in die verzweigten Stimmgeflechte. Pianistin Alexandra Sostmann spielt Bachs Durchmessung des gleichstufigen Tonsystems europäischer Prägung auf einem modernen Flügel. Das gelingt überaus überzeugend, weil sie analytisch vorgeht und stets die Tasteninstrumente aus Bachs Epoche vor dem inneren Ohr hat. So klingt es frisch, ohne ein Gramm Fett zu viel, entfaltet eine wundervolle Vielschichtigkeit und einen Reichtum an Farben und sensibel gesetzten Nuancen. Alles in klarer Linienführung und mit durchdachten Klangcharakteren, meisterlich umgesetzt. Alexandra Sostmann ist am Klavier eine Klangalchimistin. Große Kunst.

Alexandra Sostmann
Alexandra Sostmann

J. S. Bach: Das wohltemperierte Klavier Vol. 1

Alexandra Sostmann (Klavier)
Prospero

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