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Rezension Graziella Contratto – Schoeck: Nachhall

Meister der Wortausdeutung

Orchesterlieder des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck erklingen in erstklassiger Besetzung unter der Leitung von Graziella Contratto.

vonFrank Armbruster,

Othmar Schoeck ist ein Komponist, den es wieder zu entdecken gilt. Vor allem als Liedkomponist hatte sich der Schweizer einen Namen gemacht. Dass er 1937 einen Musikpreis in Nazi-Deutschland angenommen hat, trug nach dem Krieg ebenso zu seinem weitgehenden Vergessen bei wie seine in der Tonalität verhaftete Tonsprache. Dennoch: Dass es verfehlt wäre, Schoeck für einen spätromantischen Epigonen zu halten, macht diese wunderbare CD eindrücklich klar. Schoecks Zeitgenossenschaft ist subtiler. Im späten Zyklus „Nachhall“ von 1956 zeigt sie sich in einem psychologisch ausdifferenzierten Stil, der in Tonsprache und Instrumentation mitunter an frühen Schönberg denken lässt. Und dass er schon im Frühwerk ein Meister der Wortausdeutung war, beweisen die Klavierlieder op. 4 und op. 17, die Graziella Contratto kongenial instrumentiert hat. Erstklassig auch die Sängerbesetzung mit Stephan Genz und Olena Tokar.

Graziella Contratto
Graziella Contratto

Schoeck: Nachhall op. 70, Schoeck/Contratto: Drei Heine-Lieder op. 4 & Acht Lieder op. 17

Olena Tokar (Sopran), Stephan Genz (Bariton), Berner Symphonieorchester, Graziella Contratto (Leitung)
Schweizer Fonogramm

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