Unprätentiöse Sinnlichkeit

CD-Rezension Ludger Rémy

Unprätentiöse Sinnlichkeit

Die Umstände des Dreißigjährigen Kriegs, aber auch musikalische Gründe mögen Heinrich Schützʼ zur sparsamen Instrumentierung seiner Kleinen geistlichen Konzerten bewogen haben. Seine Musik sei eine in Tönen klingende Sprache des reinen Glaubens, verrät das Booklet. Die neun Gesangssolisten dieser Einspielung beherrschen sie wie eine Muttersprache. Nicht nur setzen sich die bis zu fünf Singstimmen mit Continuobegleitung in der strengen Polyphonie vorbildlich voneinander ab, auch präsentiert sich der Gesamtklang in seiner unprätentiösen Sinnlichkeit wunderbar ausgewogen. Ebenfalls vorbildlich: die klare Diktion, die Schützʼ meisterhafte musikalische Ausdeutung des Textgehalts dieser meist sehr kurzen Stücke optimal wiedergibt. Auch wer vorerst nicht in Erwägung zieht, sich die Schütz-Gesamteinspielung bei CARUS zuzulegen, in deren Rahmen dieser erste Teil der Kleinen geistlichen Konzerte erschienen ist, ist mit diesem Album bestens beraten.

Schütz: Kleine Geistliche Konzerte I
Künstler: Dorothee Mields, Ulrike Hofbauer, Georg Poplutz, David Erler, Alexander Schneider, Stefan Mass, Ludger Rémy. Carus

Weitere Rezensionen

CD-Rezension Ludger Rémy

Höfische Experimente

Ludger Rémy und Les Amis de Philippe heben eine alte Gattung der Orchestermusik aus der Versenkung weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *