Paradiesische Verheißung

Rezension Jommelli: Requiem

Paradiesische Verheißung

Jommelli ist weitaus mehr als ein Vorgänger Mozarts: Im „Benedictus“ mit Sandrine Piau wetteifern irdische und himmlische Liebe.

Lang ist die Liste jener Angehörigen des europäischen Hochadels, die unter Klängen von Niccolò Jommellis Requiem zu Grabe getragen wurden. Der Stuttgarter Hofkapellmeister festigte mit seiner in wenigen Tagen entstandenen Komposition zur Trauerfeier für Maria Augusta von Thurn und Taxis am 9. Februar 1756 in der Ludwigsburger Schlosskapelle seinen Ruf als einer der besten Komponisten Europas. Die Neueinspielung bestätigt Jommellis Rang. Die Wechsel zwischen A-cappella-Chören und orchesterbegleiteten Nummern sind so faszinierend wie das Helldunkel von Erhabenheit und tröstlicher Schönheit. In Sandrine Piaus „Benedictus“ wetteifern irdische und himmlische Liebe, sie überstrahlt ein exzellentes Ensemble. Giulio Prandi findet mehr Verheißungen des Paradieses als irdische Bürden in der Partitur, die hier zur Synthese von Monumentalität und Zartheit wird. Jommelli ist weitaus mehr als ein Vorgänger Mozarts.

© Sandrine Expilly

Sandrine Piau

Sandrine Piau

Jommelli: Requiem

Sandrine Piau, Carlo Vistoli, Raffaele Giordani, Salvo Vitale, Coro e orchestra Ghisleri, Giulio Prandi (Leitung)
Arcana

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