Denkmal für Josepha Hofer

Rezension Sarah Traubel – Arias For Josepha

Denkmal für Josepha Hofer

Das Ergebnis von Sarah Traubels Album „Arias for Josepha“ ist ein munteres Koloraturenspektakel von einnehmender Gestaltungskraft.

Ende des 18. Jahrhunderts staunte die Opernwelt über die schwindelerregenden Höhen, die die Sopranistin Josepha Hofer u. a. als Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ meisterte. Ihr setzt Sarah Traubel nun ein Denkmal mit jenen Arien, die Hofer damals auf den Bühnen Wiens sang. Das Ergebnis ist ein munteres Koloraturenspektakel einer Künstlerin, die mit einnehmender Gestaltungskraft und einer frappierenden Leichtigkeit selbst in den höchsten Registern auftrumpfen kann. Die Gefahr, in gesangsartistische Zirkusnummern zu verfallen, umschifft Traubel dabei gekonnt und offenbart stattdessen eine vereinnahmende Musizierlust, von der sich die PKF-Prague Philharmonia unter Jochen Rieder herzlich gerne anstecken lässt. Ganz nebenbei lädt das Album zu einer Zeitreise ein in eine Wiener Epoche, die eben nicht alleine vom Wolferl aus Salzburg geprägt wurde, sondern auch von Komponisten wie Jacob Haibel, Franz Xaver Süßmayr oder Paul Wranitzky, die später zu Fußnoten der Musikgeschichte degradiert wurden. Auch ihnen, nicht nur der großen Operndiva Josepha Hofer, huldigt Traubel mit ihrem schlanken und dennoch kraftvollen Sopran.

© Harald Hoffmann

Sarah Traubel

Sarah Traubel

Arias for Josepha
Werke von Mozart, Haibel, Süßmayr, Wranitzky u. a.

Sarah Traubel (Sopran), PKF-Prague Philharmonia, Jochen Rieder (Leitung)
Sony Classical

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