Olivier Messiaens Hingabe für die Welt der Vögel ist legendär und schlug sich auch in seinen Kompositionen nieder. In der Oper „Saint François d’Assise“ erzählt er die Geschichte des Heiligen Franziskus. Jener hielt laut Legende die sogenannte Vogelpredigt, die der Komponist im sechsten Bild seiner einzigen Oper vertonte. Ausgewählte Vögel wie die Mönchsgrasmücke erhalten hier ausgedehnte Soli. Schon mit der Pariser Uraufführung 1983 galt das über vierstündige Werk als nahezu uninszenierbar, weil zu groß und zu statisch aufgenommen. Dieser Problematik entgehen Dirigent Titus Engel und Regisseurin Anna-Sophie Mahler in Stuttgart nun mit einem geschickten Clou: Während erster und letzter Teil regulär im Opernhaus gespielt werden, begibt sich das Publikum samt Staatsorchester, Opernchor und Solistenriege zwischendurch auf Pilgerreise durch den Stadtraum, um das Werk an verschiedenen Orten zu erleben und der Natur dabei etwas näher zu kommen. Ein spektakuläres Experiment. Festes Schuhwerk nicht vergessen! (AS)
Messiaen: Saint François d’Assise
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„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
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