Haydns „Schöpfung“ im Nikolaisaal Potsdam

Im klingenden Sturm der Elemente

Der Sinfonische Chor der Singakademie und das Neue Kammerorchester Potsdam feiern die Erschaffung unserer Erde mit Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ im Nikolaisaal.

© Joachim Gessinger

Schöpfer vokaler Sternstunden: Sinfonischer Chor der Singakademie

Schöpfer vokaler Sternstunden: Sinfonischer Chor der Singakademie

Gott erschuf die Welt in sechs Tagen, Joseph Haydn sein Oratorium in fünfzehn Monaten und bat täglich Gott darum, „dass er mir Kraft zur glücklichen Ausführung meines Werkes verleihen möchte.“ Am 30. April 1798 fand die Uraufführung in Wien statt. Mögen die Texte aus heutiger Sicht verzopft erscheinen, an der Wirkung der Musik hat sich wenig geändert. „Man wird hingerissen“, notierte ein Rezensent seinerzeit. „Man sieht der Elemente Sturm, sieht es Licht werden, die gefallenen Geister tief in den Abgrund sinken, zittert beym Rollen des Donners, stimmt mit in den Feyergesang der himmlischen Bewohner. … Aber über allen Ausdruck ist das Gemählde der Schöpfung des Menschen …, man fühlt Dank, betet, und liebt.“

„Schönheit“ und „Weisheit“ im Nikolaisaal Potsdam

Rasch trat das Werk seinen Siegeszug durch Europa an – trotz der Napoleonischen Kriege. Kleine bizarre Anekdote am Rande: Inmitten des Leids auf den Schlachtfeldern besuchte ein französischer Offizier den verehrten Haydn und trug ihm wenige Tage vor dessen Tod ausgerechnet die Arie „Mit Würd’ und Hoheit angetan“ vor. Der Mensch wird hier voll „Schönheit“ und „Weisheit“ dargestellt.

Auch interessant

„Metamorphosen“ mit dem KAPmodern Ensemble

Wenn Bilder zur Musik entstehen

Das KAPmodern Ensemble wagt ein Experiment im Nikolaisaal Potsdam. weiter

Silvester- und Neujahrskonzerte in Berlin & Brandenburg

Walzer, Zirkus und Comedy

Von musikalischen Wundertüten und prächtiger Chormusik: Wir stellen Ihnen Veranstaltungstipps zum Jahreswechsel in Berlin und Brandenburg vor. weiter

Polina Tarasenko in Frankfurt (Oder) & Potsdam

Von Fragmenten aus Olmütz inspiriert

Polina Taranseko und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt veredeln Elisabeth Raums selten gespieltes Posaunenkonzert. weiter

Kommentare sind geschlossen.