Berlin: Konzert zu Ehren von Ursula Mamlok

Lebenspralle Interaktionen

Das Ensemble Spectrum Concerts Berlin ehrt die Komponistin Ursula Mamlok.

© Reinhard Friedrich/Berliner-Philharmoniker

Kammermusiksaal Berlin

Kammermusiksaal Berlin

Die Komponistin Ursula Mamlok kehrte 2006 im Alter von 83 Jahren zurück nach Berlin. In ihre Geburtsstadt, die sie 1939 als Jüdin verlassen musste. Kurz nach der Reichspogromnacht, quasi in letzter Minute, gelang ihr und den Eltern die Flucht ins Exil nach Ecuador. Ein Jahr später geht sie mit einem Stipendium für die Mannes School of Music nach New York. In den folgenden Jahren zählen Berühmtheiten wie George Szell, Ernst Krenek, Roger Sessions und Stefan Wolpe zu ihren Lehrern. Ursula Mamlok wird in den USA eine hochgeachtete Komponistin und prägende Lehrerin an Hochschulen in New York. In ihren Werken verbinden sich eine von der Tradition der Reihentechnik geprägte Modernität, klug konstruierte Strukturen, Farbigkeit und prägnante Gesten zu einer direkt ansprechenden, sinnlichen Klangsprache.

Der späte Umzug nach Berlin hat Ursula Mamlok auch weiteren Kreisen in Europa bekannt gemacht. Produktiv war sie noch im hohen Alter. Nahezu bis zu ihrem Tod 2014 schuf Mamlok weiterhin spannende Werke. Die Mitglieder des transatlantisch ausgerichteten Ensemble Spectrum Concerts Berlin sind seit langem Spezialisten für die Musik von Ursula Mamlok. Beim aktuellen Konzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie steht das 2001 noch in New York entstandene Stück „Confluences“ auf dem Programm: Kontrastierende Elemente treten darin äußerst prägnant in Interaktion, es kommt zu dramatischen, kapriziösen, zärtlichen, und meditativen Momenten. Diese lebenspralle Musik berührt unmittelbar.

concerti-Tipp:

Do, 23.9., Berlin, Philharmonie, Kammermusiksaal
Spectrum Concerts Berlin
Konzert zu Ehren von Ursula Mamlok:
Ursula Mamlok: „Confluences“ für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier,  Maurice Ravel: Klaviertrio a-Moll, Olivier Messiaen: „Quatuor pour la fin du temps“

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