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Chursächsischer Frühlingszauber 2023

Klassik zwischen Saunawelt und Soletherme

Der Chursächsische Frühlingszauber in Bad Elster lockt mit Musik, Theater, Lesungen und mehr.

vonChristian Schmidt,

Mitten in den Wirren der Revolution von 1848 war Elster ein gleichwohl herrlich gelegenes, aber doch ziemlich unbedeutendes Nest. Doch seitdem vor nunmehr 175 Jahren der damalige König Friedrich August III. in der wunderhübschen Abgeschiedenheit des sächsischen Vogtlandes sein erstes Staatsbad eröffnete, erlangte der Ort ziemlich schnell touristische Bedeutung, wurden im Historismus großartige Kuranlagen eröffnet, die noch heute in Betrieb, bestens in Schuss sind und seit neuestem eindrucksvoll illuminiert werden. Hier erholte sich damals die europäische Hautevolee, doch auch heute noch kann man ganz nobel kuren.

Dass der musikalische Winkel mit den exquisiten Instrumentenschmieden nicht weit ist, legt nahe, das grüne Fleckchen Erde auch mit Kultur zu bespielen. Seit dem vergangenen Jahr lockt daher der „Chursächsische Frühlingszauber“ zu inzwischen mehr als dreißig Veranstaltungen zwischen Oper und Comedy, Kinderthea­ter und Ausstellungseröffnung, Musikkabarett und Kammerkonzert. Die Klassikklientel kommt mit drei Opern und mehreren Sinfoniekonzerten der ortsansässigen Chursächsischen Philharmonie nicht zu kurz. Hinzu kommen gut gebuchte Gäste wie der Windsbacher Knabenchor, die Dresdner Bläserphilharmonie oder die Sopranistin Simone Kermes. Während die Radebeuler Landesbühnen mit Massenets „Werther“ unter anderem die Eröffnungspremiere schultern, liest sich die Liste der bunt gemixten Soloauftritte wie das Who’s who der Publikumslieblinge zwischen Gregor Gysi, Ben Becker und Dirk Michaelis.

Auch Goethe war 1795 zu Gast in Bad Elster

Im räumlichen Mittelpunkt des zweimonatigen „Festivals der kurzen Wege“ steht dabei das König-Albert-Theater, das sich wie die umgebenden sechs kulturhistorisch wertvollen Bauten fast wie eine Bewahranstalt der vermeintlich guten alten Zeit präsentiert. Gespielt wird aber auch in der modernen Therme oder dem Sächsischen Bademuseum. Aber das Schönste im Gebirge ist eben dann doch – neben der brauchbaren Küche – vor allem der aufknospende Frühling, der im Tale das Hoffnungsglück grünen lässt. Ach ja, Goethe war übrigens auch hier, aber das ist in so einem bedeutenden Kurort wohl kaum mehr als eine Randnotiz.

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