Festival für Alte Musik Aalen 2018

Zeitreise ins 18. Jahrhundert

In den historischen Räumen der Villa Stützel findet vom 8. bis 15. Juli das erste Festival für Alte Musik Aalen statt

© Michael Lejeune

Les Abbagliat

Les Abbagliat

Im romantischen Park der Villa Stützel scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die idyllischen Wege laden geradezu zum Flanieren zwischen den alten Bäumen ein, die noch von den Anfängen des Hauses erzählen können: Um 1898 wurde die Villa von der Aalener Fabrikantenfamilie Stützel erbaut, das nach einer aufwendigen Sanierung seit 2014 nun neben Büroräumen und einer Kaffeerösterei zudem einen luxuriösen Eventbereich bietet – so auch für das erste Festival für Alte Musik Aalen.

Das seit nunmehr drei Jahren bestehende Kulturprogramm der Villa Stützel erfreut sich zudem zunehmender Beliebtheit. Da wäre es doch an der Zeit für ein kleines Festival, dachten sich die Eigentümer der Villa, Sandra Röddiger und Ralf Kurek. Ein Schwerpunkt war schnell gefunden: „Ganz besonders liegt uns Alte Musik am Herzen“, erklären die beiden ihre Entscheidung.

Das erste Festival für Alte Musik Aalen bietet ein reiches musikalisches Spektrum

Das musikalische Spektrum des ersten Festivals für Alte Musik Aalen reicht vom frühen siebzehnten Jahrhundert im klassischen Konzert-Setting, über Darbietungen in historischen Kostümen und mit historischer Gestik bis hin zur Jam-Session zwischen Barock und Jazz und brasilianischen Gitarrenliedern, von brillanter Vokalmusik aus der großen Ära der Gesangs-Kastraten bis zum besinnlichen Ausklang auf der Barockorgel in der Johanneskirche.

Als Vorbild für das erste Festival diente das seit Jahrzehnten bestehende Jazz Festival Aalen. In einer gemeinsamen Jam Session vom 17. Jahrhundert bis heute und wieder zurück wird dem treuen Publikum des Aalener Jazz-Festivals gedankt – mit Aperitif und anschließendem BBQ in Ingo Hugs Weinkontor.

Die Besucher erwartet unter anderem eine Zeitreise ins London des 18. Jahrhunderts

Künstlerischer Leiter ist der amerikanische Sopranist Robert Crowe, der auch das Eröffnungskonzert mitgestaltet. Gemeinsam mit Annette Fischer stellen sie ein ideales Liebespaar der Barockoper nach. Das Zusammenspiel des weiblichen und männlichen Sopran im engen, gewundenen Einklang und seiner unterschiedlichen Klangfarben im ständigen Kampf um die Oberstimme begeistert das Opernpublikum damals wie heute. Das Ensemble Lux et Umbrae präsentiert in seinem Programm „Hot Love-High Notes“ Duette, Arien und instrumentale Solostücke von Monteverdi, Purcell, Vivaldi, Händel und Zeitgenossen.

Wie so viele andere ausländische Künstler und Komponisten, zog es auch Händel nach London. Das Konzert „Aliens in London“ spannt einen Bogen aus historischen Theaterprogrammen von Händel, Bononcini, Playford und LeClair. Künstler des Abends sind ist das junge Ensemble Les Abbagliati, das 2010 von Absolventen des berühmten Königlichen Konservatoriums in Brüssel gegründet wurde und seitdem in ganz Europa unterwegs ist. Ihre Spezialität: Dem Ensemble ist es gelungen, durch intensives Studium historischer Quellen die barocke Kostümierung, Gestik und Körpersprache der damaligen Zeit nachzuempfinden. Das Publikum erwartet eine wahre Zeitreise ins London des frühen 18. Jahrhunderts.

Robert Crowe und Brian Asawa singen „Son nata a lagrimar“ aus Händels „Giulio Cesare“ HWV 17:

Die Festivaldaten im Überblick:

Festival für Alte Musik Aalen
Zeitraum: 8.-15.7.2018
Mit: Robert Crowe, Thomas Haller, Les Abbagliati, Accademia del Ricercare, Lux et Umbrae, Duo Oblivion u. a.
Ort: Aalen

Kommentare sind geschlossen.