Für das Gesamtkunstwerk „Turandot“ sorgen der preisgekrönte amerikanische Regisseur Thaddeus Strassberger und der ebenfalls aus den USA stammende Bühnenbildner Paul Tate dePoo. Ebenso zu bestaunen sind die opulenten Kostüme des Italieners Giuseppe Palella. Die Neuinszenierung von Puccinis beliebter Oper besticht vor allem durch ein kinoreifes Bühnenbild, das in die eindrucksvolle Felslandschaft des Steinbruchs St. Margarethen eingebettet ist.

Kurator der Weltgeschichte

Von seinem Schaffen hat Thaddeus Strassberger eine klare Vorstellung: „Meine Rolle war es nie, neue Welten zu erfinden, sondern ich sehe mich als Kurator einer riesigen Sammlung unserer Weltgeschichte, aus der ich die passenden Teile für meine Opern auswähle.“ Vor allem auf seinen Reisen sammle er Eindrücke für seine Inszenierungen. „Der Stil eines Regisseurs muss nicht immer gleich bleiben und ich bin auch bereit, Risiken einzugehen und Dinge voranzutreiben. Die Ideen, die ich zu Beginn habe, können sich im Laufe des Prozesses ändern“, erklärt Strassberger. „Aber es kommt häufig vor, dass ich schon früh den Kern einer Oper für mich ausfindig mache. Diesen muss ich dann weiter verfolgen und davon komme ich auch nicht mehr los.“

© Thomas Schmid

Abendstimmung über dem Festivalgelände

Abendstimmung über dem Festivalgelände

Thaddeus Strassberger und Bühnenbildner Paul Tate dePoo verbinden in ihrer Inszenierung Realität und Märchen. Der beeindruckende Bühnenaufbau verschmilzt farblich beinahe mit dem sandigen Hintergrund des Steinbruchs. Das epische Set spielt sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig ab, so dass die enorme Breite des Bühnenbereichs optimal ausgenutzt wird. Paul Tate dePoo ließ sich für sein monumentales Bühnenbild von der Elfenbein- und Jadeschnitzerei inspirieren, einer der ältesten traditionellen Handwerkskünste Chinas. So umsäumen knorrige Kiefern, Teiche mit Porzellanfischen und Seerosen, Wasserfälle, Bogenbrücken und Pagoden den prunkvollen Palast Turandots, der voller ornamentaler und floraler Details steckt. Besonders auf solche Details haben Paul Tate dePoo und Thaddeus Strassberger großen Wert gelegt. Denn das Publikum kann vor und nach der Aufführung einen genauen Blick auf das Bühnenbild werfen oder bei einer geführten Tour sogar hinter die Kulissen schauen.

Kollektiver Dialog

„Das Großartige ist, dass Thaddeus selbst ein Bühnenbildner ist. Er hat also schon eine konkrete Vorstellung, und gemeinsam mit unserem Kostümdesigner Giuseppe Palella und unserem Lichtdesigner JAX Messenger entsteht ein kollektiver Dialog“, antwortet Paul Tate dePoo im Gespräch mit der Journalistin Barbara Rett für die Oper am Steinbruch auf die Frage, woher er die Inspiration für das Bühnenbild für „Turandot“ nehme. „Ich bin davon überzeugt, dass man sich nur selbst im Weg steht, wenn man nicht die Tür zu den anderen Abteilungen öffnet, denn nur so kann es am Ende eine stimmige Produktion werden.“

Zu einer stimmigen Produktion gehören auch die Kostüme, die für ein weiteres Highlight sorgen. Dafür hat der italienische Kostümbildner Giuseppe Palella mit viel Hingabe und Sorgfalt eigens für ihn angefertigte Stoffe und Schmuck verwendet. Inspirationen hat er unter anderem bei einem Maskenmacher in Venedig gesammelt. Die opulenten Gewänder sind im traditionellen chinesischen Stil mit ausladenden Ärmeln gestaltet und sorgen für die nötige Portion Magie, die nur noch von der Natur selbst getoppt werden kann: Vögel, Schmetterlinge, Wind und das sommerliche Abendlicht, das den Steinbruch in immer neue Farben taucht.

Im Video spricht Kostümdesigner Giuseppe Palella über seine Entwürfe für „Turandot“:

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