Eine Opernaufführung ist an sich schon ein ganz besonderes Ereignis, das sich kaum toppen lässt. Doch wenn die Häuser im Sommer ihre Pforten schließen, ist es Zeit für die heimlichen Höhepunkte des Opernjahres. An lauen Abenden erlebt das Publikum an ungewöhnlichen Orten unvergessliche Momente unter freiem Himmel. Eine dieser magischen Open-Air-Spielstätten ist der Steinbruch von St. Margarethen. Die Bühne im Burgenland, 65 Kilometer südöstlich von Wien, ist seit 1996 Treffpunkt für internationale Opernfreunde und liegt eingebettet in der UNESCO-Weltkulturerbe-Region Neusiedler See. Bereits der Zugang in den Steinbruch über die architektonisch raffiniert angelegte Rampe bietet einmalige Ausblicke in die Landschaft und die imposante Opernkulisse.

Der Steinbruch St. Margarethen ist einer der größten und ältesten seiner Art in Europa

© Renée del Missier

Die imposante Rampe führt das Publikum direkt in den Steinbruch St. Margarethen

Die imposante Rampe führt das Publikum direkt in den Steinbruch St. Margarethen

Doch der Steinbruch in St. Margarethen ist heute nicht nur eine der schönsten und imposantesten Freiluft-Arenen Europas, sondern auch die größte Naturbühne Europas. Dieser natürliche, 7.000 Quadratmeter große Konzertsaal unter freiem Himmel sorgt dank seiner Akustik und seiner beeindruckenden Atmosphäre für einen unvergesslichen Konzertgenuss. Alle fünf Jahre finden im Steinbruch auch die Passionsspiele statt. Seit 2006 erlebte der Steinbruch dank der Privatstiftung Esterházy als Eigentümerin einen umfassenden Ausbau des Festivalareals.

Der Steinbruch St. Margarethen ist einer der größten und ältesten seiner Art in Europa. Bereits in der Antike wurde der wertvolle St. Margarethener Kalksandstein genutzt. Er wird bis heute abgebaut und fand unter anderem beim Bau und der Restaurierung des Wiener Stephansdoms sowie bei der Errichtung vieler Wiener Ringstraßenbauten Verwendung. Der Gigant der Urgeschichte hat im letzten Jahrhundert zahlreiche bedeutende Fossilien freigegeben, die bis zu 25 Millionen Jahre alt sind. Seit 2001 zählt der Steinbruch gemeinsam mit der Region Fertő/Neusiedler See zum UNESCO Weltkulturerbe und kann von Mai bis September im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

In der Festspielregion Neusiedler See gibt es viele kulturelle wie kulinarische Kostbarkeiten zu entdecken

© Renée del Missier

Die kleinere Ruffinibühne, benannt nach Romolo Ruffini, dem ersten Leiter des Steinbruchs unter Fürst Nikolaus III. Esterázy

Die kleinere Ruffinibühne, benannt nach Romolo Ruffini, dem ersten Leiter des Steinbruchs unter Fürst Nikolaus III. Esterázy

Das 1959 hier von Karl Prantl ins Leben gerufene Bildhauersymposion war bis 1976 internationalen Künstlern Rahmen und Inspiration für ihre Werke aus Stein, wovon heute noch zahlreiche Plastiken zeugen. Das einzigartige Panorama reicht von Eisenstadt über das Leithagebirge, den Neusiedlersee und Rust bis hinein in die Pannonische Tiefebene.

Zudem gibt es in der Festspielregion Neusiedler See viele weitere kulturelle wie kulinarische Kostbarkeiten zu entdecken. Am nahen, früheren Hofe der legendären Fürstenfamilie Esterházy in Eisenstadt waren Musik und Wein seit jeher wohlgeschätzte Begleiter. Dieses kulturelle Erbe kann in verschiedenen Ausstellungen im Schloss Esterházy in Eisenstadt, dem einstigen Wirkungsort Joseph Haydns, sowie im Schloss Lackenbach oder auf Burg Forchtenstein erkundet werden – und den passenden Wein gibt es in der Selektion Vinothek Burgenland oder im Weingut Esterhazy in Trausdorf.