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3 Fragen an … Lars Reichow

3 Fragen an … Lars Reichow

Der Musikkabarettist und Moderator studierte Germanistik und Musik und arbeitete zeitweilig als Gymnasiallehrer.

vonRedaktion,

Welche Rolle spielt in Ihren Kabarettprogrammen klassische Musik?

Lars Reichow: Sie ist für fast alle, die Musik spielen oder verwerten, die Wurzel beziehungsweise die Ursuppe. Egal ob Schlager oder Popmusik, die Klassik ist eine Projektionsfläche. In meinem Fall ist es nicht anders.

Wann ist die Klassik für Sie komisch?

Reichow: Da fallen mir gleich zwei Aspekte ein: Zum einen auskomponierter Humor wie Trugschlüsse oder infantile Melodien, die in epochale sinfonische Werke eingebettet werden – das sind Stellen, in denen das Publikum lacht. Aber viel interessanter sind für mich Zitate aus der Musik. Wer macht sich beispielsweise einen Spaß daraus, andere zu zitieren? Bei Richard Wagner kommt nur Richard Wagner in Frage. Dieses Selbstbewusstsein ist schon komisch.

Wann hatten sie mit Klassik zum ersten Mal Kontakt?

Reichow: Mein Vater war Jazzpianist, und auch unser Musikgeschmack war diesbezüglich derselbe. Ich selbst habe Jazzposaune gespielt. Der klassische Einschlag kam durch meine Großmutter, deren wunderbare Freundin mich in Bielefeld unterrichtet hat. Mein Onkel, Jan Reichow, ist als Musiker und Redakteur beim WDR eine prägende Figur für mich. Als Jugendlicher wurde schließlich dieses Mosaik aus verschiedenen, zufälligen Erfahrungen durch Eigeninitiative abgerundet. Mit einem Freund habe ich den „Ring“ gehört, wir sind nach Stuttgart zu Helmuth Rilling und schließlich nach Bayreuth gepilgert.

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