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Elbphilharmonie: Arctic Voices

„Arctic Voices“ sendet Echos aus dem ewigen Eis

Vier Tage Musiktraditionen aus dem Polarkreis in Hamburg – Klänge, Stimmen und Geschichten aus den nördlichsten Regionen der Welt.

vonSusanne Bánhidai,

Hier bekommt man Gänsehaut – nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Intensität der Stimmen. Beim Festival „Arctic Voices“ in der Elbphilharmonie sind außergewöhnliche Sangeskünste zu erleben, die das Licht des Nordens nach Hamburg holen. Musik aus den Regionen rund um den Polarkreis – von Norwegen bis Japan, von der Mongolei bis in die Arktis – findet in sechs Konzerten einen eindrucksvollen Resonanzraum. Im Zentrum steht die Begegnung jahrhundertealter Traditionen mit der Gegenwart. Einer der Höhepunkte ist der Auftritt der samischen Sängerin, Songwriterin und Aktivistin für die Rechte indigener Völker Mari Boine, die den Großen Saal mit ihrem Joik-Gesang sowie Jazz, Pop und Rock füllt. Das Joiken ist dem alpinen Jodeln verwandt und dient ursprünglich dazu, sich den besungenen Menschen, Tieren und Naturphänomenen näher zu fühlen. Marja Mortensson, Daniel Herskedal und Jakop Janssønn schaffen mit ihrer Interpretation des Joik plus Tuba- und Jazz-Klängen eine aparte Klangwelt, ebenso wie das Schwestern-Duo Piqsiq, das die Tradition des Inuit-Gesangs Katajjaq mithilfe moderner Elektro-Loops in die Gegenwart transferiert. Wer die Urgewalt der menschlichen Stimme spüren möchte, darf die Performance der Inuk-Künstlerin Tanya Tagaq nicht verpassen. Sie verbindet den traditionellen Kehlkopfgesang, bei dem eine Stimme zwei Töne gleichzeitig erzeugt, mit improvisierter Avantgarde. Die Sängerin, die im von Inuit bewohnten Nunavut in Kanada aufwuchs, erlebte ihren musikalischen Durchbruch als Support Act von Björk. Von den Melismen der mongolischen Steppe bis hin zu den Ainu-Gesängen aus Japan – das Festival „Arctic Voices“ begibt sich auf eine Expedition in die faszinierende Welt der Stimmen aus der Kälte.






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