App: Ludwig van Beethoven

Berieselung mit Anspruch

Die App „Ludwig van Beethoven“ ermöglicht Kindern einen spielerischen Zugang zum Komponisten.

© Firstconcert

Die App „Ludwig van Beethoven“ setzt vor allem auf interaktive Bilder

Die App „Ludwig van Beethoven“ setzt vor allem auf interaktive Bilder

Zugegeben: Kindern das Handy in die Hand zu drücken, damit sie mit mehr oder weniger stumpfsinnigen Spielen ruhiggestellt sind, ist eine Unart. Auch die schlicht „Ludwig van Beethoven“ betitelte App ist auf Zeitvertreib und Kurzweil angelegt, dies aber im besten Sinne: In sechzehn Kapiteln wird das Leben Beethovens im wahrsten Sinne des Wortes nachgezeichnet, denn im Mittelpunkt stehen interaktive Bilder in Scherenschnittoptik, bei denen das Kind durch Druck aufs Display oder durch Wischbewegungen kleine Puzzles zusammensetzen, ein Partiturblatt freilegen oder einfach Vögelchen und Schmetterlinge zum Fliegen bringen kann. Untermalt sind die einzelnen Lebensstationen mit zentralen Werken des Komponisten, so dass der „Berieselungsfaktor“ einen gewissen Anspruch hat.

So viel zur Kindsbeschäftigung. Richtig spannend wird die App jedoch dann, wenn ein Elternteil dem Kind über die Schulter blickt, denn die Lebensgeschichte des Komponisten erzählt sich nicht von alleine. Durch die eher assoziative Gestaltung der Bilder kann man die Kinder da abholen, wo sie gerade hinsichtlich ihrer Reife und ihrer Interessen stehen. So kann man ihnen wahlweise erklären, was Noten sind oder ein Klavier oder warum die Natur so ein inspirierender Ort für Musiker sein kann.

Entwickelt wurde die App vom Berliner Studio „Firstconcert Productions“, das sich auf Musikvermittlung spezialisiert und bereits die mehrfach preisgekrönten Apps „Tongo Musik für Kinder und Familien“ und „Tongo Zirkus“ veröffentlicht hat.

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