Brigitte Fassbaender gehört zu jenen Künstlerinnen, deren Name untrennbar mit der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Ihr unverwechselbares Timbre, ihre eindringliche Gestaltungskraft – all das machte sie zu einer Ikone des Lied- und Opernfachs. Und doch entscheidet sie sich in einem Moment größter Anerkennung für einen mutigen Neuanfang: Mit 55 Jahren verabschiedet sie sich von ihrer glanzvollen Sängerinnenkarriere und wagt den Schritt hinter die Bühne.
Was als Regiearbeit beginnt, entwickelt rasch eine eigene Dynamik. Fassbaender steigt zur Operndirektorin auf und übernimmt 1999 schließlich die Intendanz des Tiroler Landestheaters Innsbruck, das sie bis 2012 prägt und formt. In Frankfurt entsteht derzeit ihre Neuinszenierung von Wagners „Parsifal“ – zum 96. Mal führt sie Regie. Hundert sollen es noch werden, wie sie augenzwinkernd verrät.
Mit ungebrochener Energie: Brigitte Fassbaender
Andreas Morells Dokumentarfilm nähert sich Fassbaender mit Sensibilität und wohltuender Offenheit. Er öffnet Archivschätze, zeigt Proben zu „Parsifal“ und Puccinis „Gianni Schicchi“ und fängt die Atmosphäre eines ihrer Meisterkurse an der Wiener Staatsoper ein. Entstanden ist ein lebendiges Porträt einer Künstlerin, die sich immer wieder neu erfunden hat – und deren Energie ungebrochen scheint.
TV-Tipp:
Brigitte Fassbaender
Ein Porträt der legendären Sängerin und Regisseurin
So. 30.11.2025, 22:50 Uhr
ARTE




