Porträt Janoska Ensemble

So macht Revolution am meisten Spaß

Jazz, Klassik, Weltmusik und Beatles-Hits – das Janoska Ensemble liebt Überraschungen.

© Julia Wesely

Janoska Ensemble

Janoska Ensemble

Es gibt manchmal kein Entkommen, wenn man in eine Musikerfamilie hineingeboren wird. Dann wird man auch Musiker – und das ist auch gut so, jedenfalls im Fall der Brüder Ondrej, František und Roman Jánoška. Seit ihrer frühen Kindheit machen sie zusammen Musik, 2013 heiratete der Kontrabassist Julius Darvas ins Janoska Ensemble ein. Ihre Musik ist eine Mischung aus Klassik, Jazz und Folk. Auch der Schmelz aus nostalgischen Salons lässt grüßen.

Den Schatz von klassischer Musik zu pflegen, ist ihnen besonders wichtig, aber nicht heilig. Denn sie finden dabei musikalisch recht unkonventionelle Wege. Mit ihrem „Janoska-Style“ machen sie auch vor großem Pop nicht Halt. Ihr Album ist eine Hommage an die Beatles. „Die Beatles haben in den sechziger Jahren die Popmusik revolutioniert, und wir wollen die Klassik revolutionieren“, so sagt Julius Darvas wenig bescheiden und stark augenzwinkernd. „Als wir im Flieger nach Korea eine Dokumentation über die ,Fab Four’ sahen, stellten wir fest, dass es noch mehr Gemeinsamkeiten gibt als die Anzahl der Bandmitglieder“, erinnert sich František Jánoška, der für die Arrangements des Ensembles verantwortlich zeichnet.

Janoska Ensemble: Mehr bei Live-Auftritten als im Studio anzutreffen

So wie die Beatles ihre Songs erst während der Aufnahme zu Ende komponierten, reagiert auch das Janoska Ensemble ganz spontan im Studio. Klar, dass dieses Album mit dem ambitionierten Titel „Revolution“ in der Abbey Road aufgenommen werden musste. Ihren Stil zu konservieren, gehört zum professionellen Musikerdasein dazu, eigentlich ist Janoska aber eine Live-Band. Ihr Tourneekalender führt sie bis über die großen Teiche der Erde. In jedem Konzert genießen sie die unterschiedlichsten Reaktionen ihrer Fans, besonders dann, wenn auch beim Publikum die klassische Hörattitüde verlassen wird.

Zum Missionar seines eigenen Stils wird das Ensemble darüber hinaus in seinen Workshops, die für alle – vom Anfänger bis zum Profi – offen stehen. Vermittelt wird hier natürlich die Spezialmischung des Ensembles, aber vor allem ein neuer Zugang zum eigenen Musizieren: weg vom Notenblatt und hin zur freieren Gestaltung der eigenen Musikalität. So versuchen die vier klassisch ausgebildeten Musiker, eine Stärke der Barockmusik wieder zu aktivieren: die Improvisation.

Das Janoska Ensemble interpretiert „Yesterday“ von The Beatles:

Album-Tipp

Revolution
Janoska Ensemble
Deutsche Grammophon

Termine

Dienstag, 11.02.2020 19:30 Uhr Staatstheater am Gärtnerplatz München

The Big B’s

Janoska Ensemble

Mittwoch, 12.02.2020 19:30 Uhr Hochschule für Musik Hofstallstraße Würzburg

Janoska Ensemble

Werke von Mozart u. a.

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