Pianist Adam Laloum im Porträt

Brahms mit französischer Note

Die Musikwoche Hitzacker widmet dem Pianisten Adam Laloum ein Interpretenporträt

© Carole Bellaiche

Adam Laloum

Adam Laloum

Erster Eindruck: Fesch. Jedoch nicht aalglatt. Dreitagebart, T-Shirt und Sakko, lässiges Auftreten. Dabei sensibel. Der Blick aus den dunklen Augen ist oft nachdenklich, ernst. In Interviews gibt er sich angenehm natürlich und unprätentiös. Insgesamt sehr sympathisch und ohne Star-Allüren. Die Rede ist vom französischen Pianisten Adam Laloum. Der junge Adam verlebte eine ganz normale Kindheit und wurde nicht wie viele Musikerkollegen von klein auf gedrillt. Erst im Alter von zehn Jahren begann der 1987 in Toulouse geborene Laloum ernsthaft mit dem Klavierspiel und hatte somit davor Zeit, sich persönlich zu entwickeln. Seine außerordentliche Begabung wurde schnell erkannt, es folgten das Studium und Meisterkurse in Toulouse und Paris.

„Unter den Allerbesten gebührt ihm ein Adelprädikat“

Seinen Durchbruch feierte Laloum 2009, als er den ersten Preis des prestigeträchtigen Clara-Haskil-Wettbewerbs gewann. Ein Jahr später titelte die Presse anlässlich seines Debüt-Konzertes beim Klavier-Festival Ruhr: „Unter den Allerbesten gebührt ihm ein Adelsprädikat. Solche Noblesse, solch traumhaft sicheres Stilgefühl in jungen Jahren – das ist ein Phänomen.“ Danach ging es karrieretechnisch stetig aufwärts. Fortan wurden ihm diverse internationale Anerkennungen zuteil. Mittlerweile konzertiert er mit Spitzenorchestern und renommierten Dirigenten auf der ganzen Welt.

© Carole Bellaiche

Adam Laloum

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Nicht nur als Solist tätig: Adam Laloum

Für die Musik des 19. Jahrhunderts wird dem empfindsamen Pianisten immer wieder besonderes Feingefühl nachgesagt. So wurde seine erste CD mit Musik von Brahms hoch gelobt, seine zweite Einspielung mit Schumann-Werken erhielt bedeutende Auszeichnungen. Die aktuelle Aufnahme der beiden Brahms-Klavierkonzerte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ist gerade auf den Markt gekommen. Ein Exklusiv-Vertrag bei Sony Classical inklusive.

Doch Laloum ist nicht nur als Solist tätig. Auch die Kammermusik hat es ihm angetan. Mit zwei Freunden, der Geigerin Yang Mi-Sa und dem Cellisten Victor Julien-Laferrière, gründete der Franzose 2012 das Trio Les Esprits. Gemeinsam sind sie seit Jahren auf bedeutenden Festivals und in bekannten Konzertsälen unterwegs. Fazit: Diesen Adam Laloum sollte man im Auge behalten. Wegen seines Ausnahme-Talentes. Und weil er anscheinend ein richtig netter Typ ist.

Adam Laloum spielt Schumann:

CD-Tipp

Brahms: Klavierkonzerte Nr. 1 & 2
Adam Laloum (Klavier), Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, Kazuki Yamada (Leitung)
Sony Classical

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