Sakrale Hörmomente

CD-Rezension Howard Arman – Mendelssohn-Psalmen

Sakrale Hörmomente

Statt extrovertiertem Schwelgen hört man geradlinige Innigkeit in einer bestechend klaren Interpretation, die auf romantischen Gefühlsüberschwang verzichtet

Für Felix Mendelssohn war die Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts das Ideal jeder sakralen Musik – was man seinen vielschichtigen geistlichen Chorwerken dann auch deutlich anhört, die ganz im Sinne Palestrinas komponiert sind: prächtige Klangteppiche wechseln sich mit fragilen Solopassagen ab. Besonders in Mendelssohns viel zu selten gesungenen Psalmen-Vertonungen kommt dieses Prinzip zum Tragen. Drei seiner fünf Psalmen hat nun der Chor des Bayerischen Rundfunks mit dem Münchener Rundfunkorchester unter Howard Arman und namenhaften Solisten wie Johanna Winkel und Julian Prégardien eingesungen. Statt extrovertiertem Schwelgen hört man hier vor allem geradlinige Innigkeit in einer bestechend klaren Interpretation, die auf romantischen Gefühlsüberschwang verzichtet und dadurch umso intensiver erscheint, weil so der andächtige Charakter der Psalmen zum Tragen kommt – für tiefgründig-sakrale Hörmomente.

Mendelssohn Psalmen
Psalm 115 op. 31 „Non nobis Domine“
Psalm 42 op. 42 „Wie der Hirsch schreit“
Psalm 98 op. 91 „Singet dem Herrn“
Hymne MWV B49 „Hear my Prayer“
Hymne MWV A11 „Verleih uns Frieden“

Johanna Winkel (Sopran), Hanne Weber (Alt), Julian Prégardien (Tenor), Krešimir Stražanac (Bassbariton), Chor des Bayerischen Rundfunks, Münchner Rundfunkorchester, Howard Arman (Leitung)
BRKlassik

Termine

Donnerstag, 03.12.2020 20:00 Uhr Gasteig München

R. Strauss: Salome (konzertant)

Evgenia Muraveva (Salome), Evelyn Herlitzius (Herodias), Andrei Popov (Herodes), Michael Volle (Jochanaan), Julian Prégardien (Narraboth), Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev (Leitung)

Donnerstag, 17.12.2020 20:00 Uhr Kölner Philharmonie

Julian Prégardien, Christian Tetzlaff & Florian Donderer, Rachel Roberts, …

Beethoven: An die ferne Geliebte op. 98, Mayrhofer: Neues Werk (UA), Schubert: Auf dem Strom D 943 & Quintett C-Dur D 956

Sonntag, 21.02.2021 18:00 Uhr Konzerthaus Dortmund

Julian Prégardien, Martin Helmchen

Beethoven: An die ferne Geliebte op. 98, Schubert: Der Liedler D 209, Die Erwartung D 159, Die Bürgschaft D 246 & Einsamkeit D 620

Sonntag, 28.03.2021 20:00 Uhr Konzerthaus Dortmund

J. S. Bach: Matthäus-Passion

Hana Blažíková & Maïlys de Villoutreys (Sopran), Lucile Richardot (Alt), Tim Mead (Altus), Robin Tritschler , Thomas Hobbs, Julian Prégardien (Tenor), Christian Immler & Stéphane Degout (Bass), Ensemble Pygmalion, Raphaël Pichon (Leitung)

Montag, 29.03.2021 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

J. S. Bach: Matthäus-Passion BWV 244

Julian Prégardien (Tenor), Ensemble Pygmalion, Raphaël Pichon (Leitung)

Donnerstag, 20.05.2021 20:00 Uhr Stadttheater Aschaffenburg

Julian Prégardien, Marie-Elisabeth Hecker, Martin Helmchen

Schubert: Schwanengesang u. a., Beethoven: Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27/2 „Mondscheinsonate“, Mayrhofer: Nachklänge Beethovenscher Musik

Auch interessant

Porträt Julian Prégardien

Tenor im Wolljanker

Als Sohn eines berühmten Sängers hat man es leicht, könnte man meinen. Doch Julian Prégardien macht es sich schwer, und das mit Absicht und aus gutem Grund weiter

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *