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Rezension Javier Perianes – Debussy: Préludes

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Eine sehr ausgewogene Debussy-Aufnahme von Javier Perianes, vor allem in den dynamischen Bereichen, wo es auf Feinzeichnung ankommt.

Nachdem der spanische Pianist Javier Perianes zuletzt beim Album der drei letzten Duo-Sonaten von Claude Debussy mitgewirkt hatte, präsentiert er sich nun allein an den Tasten mit dem ersten Band der „Préludes“ und den drei „Estampes“. Eine sehr ausgewogene Aufnahme, vor allem in den dynamischen Bereichen, wo es auf Feinzeichnung ankommt. Das ist bei Debussy fast immer der Fall, aber gerade in Verbindung mit einem klugen Pedalgebrauch, dem Aushalten und dezenten Mischen von Klangebenen zeigt sich, wer dieser Musik sehr nahekommt. Und Perianes gelingt dies – zusätzlich dank eines sehr bedachten, flexiblen Anschlags, der zu plötzlichen Attacken fähig ist und noch mehr zu geperlten Läufen. Es gibt, etwa im dritten Stück, grellere, blitzendere Aufnahmen, doch das entspricht weniger Perianes‘ Ansatz. Wer bei Debussy reiche Details und sensibel gewählte Farben erleben möchte, wird hier überzeugend bedient.

Debussy: Préludes I & Estampes

Javier Perianes (Klavier)
harmoni mundi

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