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Rezension Joel Frederiksen – Walther von der Vogelweide: Lieder

Mittelalterlicher Hofgesang

Mit großer Natürlichkeit und zarten Feinheiten holen Joel Frederiksen und das Ensemble Phoenix Munich Walther von der Vogelweides Lieder in die Gegenwart.

vonChristian Lahneck,

Wenn der bedeutendste Dichter und Musiker seiner Zeit nur unzureichend überliefert ist, braucht es Fantasie, Freiheit und Fingerspitzengefühl, um Entgangenes so aufzubereiten, dass man heute das Gefühl hat: Das könnte passen. Genau so stellt sich die Lage dar bei der neuen Aufnahme über Walther von der Vogelweide, dem sich der Bassist und Lautenist Joel Frederiksen mit seinem Ensemble Phoenix Munich hier annähert. Einige wenige Melodien Walthers sind überliefert, zu hören sind aber auch Abstecher zu französischen Troubadour-Chansons. Alles ein schmaler Grat, auch bei der Wahl der Instrumente. Möglicherweise hat Walther selbst auf einer mittelalterlichen Quinterne gespielt, oder – was anzunehmen ist – auf einer Harfe oder einer Fidel. Was die Qualität der Einspielung ausmacht, sind die vielen, meist zarten Feinheiten, die in ihrer Summe zu einer großen Natürlichkeit führen.

Joel Frederiksen
Joel Frederiksen

Walther von der Vogelweide: Lieder

Joel Frederiksen (Bass & Laute), Ensemble Phoenix Munich
Deutsche Harmonia Mundi

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