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CD-Rezension Joshua Bell

Ist das wirklich so gewollt?

Minimal zu viel Schmelz und Lässigkeit: Musikalisch wirft diese Aufnahme Lichter und Schatten

vonChristoph Vratz,

Joshua Bell hat sich mit Bach auseinandergesetzt, in Wort und Musik. Ergänzt wird das Programm durch die von Mendelssohn bearbeitete, nun orchestrierte Chaconne, um Air und Gavotte en Rondeau nach der Schumann-Fassung. Schade nur, dass das Booklet in einer Sparversion erschienen ist, ohne deutsche Übersetzung. Musikalisch wirft diese Aufnahme Lichter und Schatten. Die Frage nach einem geeigneten Zeitmaß stellt sich schon im Kopfsatz des a-Moll-Konzerts, der hier zwischen erfrischend zügig und zu gehetzt schwankt. Die Academy of St Martin in the fields erweist sich als von alten Spielgewohnheiten befreit, auch im E-Dur-Konzert. Das klingt hell, luftig und insgesamt gelungen barockisiert. Bei Bell sind winzige Romantizismen im Spiel, von denen man nicht weiß, ob sie so gewollt sind, Legatobögen mit minimal zu viel Schmelz. Auch einen Hauch von Lässigkeit meint in seiner Phrasierung man zu erkennen. Und der Hörer fragt sich: Ist das wirklich gewollt?

Bach: Violinkonzerte BWV 1041 & 1042, Air aus Orchestersuite Nr. 3, Chaconne aus Partita
Nr. 2, Gavotte en Rondeau aus Partita
BWV 1006

Joshua Bell (Violine), Academy of St Martin in
the Fields
Sony Classical

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