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CD-Rezension Puccini: Manon Lescaut mit Anna Netrebko

Diva in Topform

Anna Netrebko setzt einem durchwachsenen Live-Mitschnitt aus Salzburg Glanzlichter auf

vonAndreas Falentin,

Anna Netrebkos voll und dunkel glänzende Stimme scheint über unendliche Kraftreserven zu verfügen. Und doch zeichnet sie ein so sinnliches wie subtiles Porträt der sich haltlos verlebenden Titelfigur, gibt ihr Raffinement, Sehnsucht und kostbare Momente unforcierter Mädchenhaftigkeit mit, rührt mit Manons Tod. Marco Armiliato ist ihr, wenngleich limitiert durch das präzise folgende, aber zu sachlich klingende Münchner Rundfunkorchester, ein Partner auf gleichem Niveau. Er etabliert kundig die verschiedenen Atmosphären der vier Akte und zeigt auf, wieviel Wagner-Nähe diese verspielte, so wirkungsmächtige Partitur hat. Solide die Sänger der kleineren Rollen. Ärgerlich die nicht herausgeschnittenen Salzburger Szenenbeifälle. Noch ärgerlicher der beeindruckend stimmkräftige, selbstgefällig tremolierende und – von wenigen gestützten Piani abgesehen – unflexibel und flach klingende Tenor Yusif Eyvazov.

Puccini: Manon Lescaut
Anna Netrebko (Manon), Yusif Eyvazov (Des Grieux), Armando Pina (Lescaut), Carlos Chausson (Geronte di Ravoir), Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, Münchner Rundfunkorchester, Marco Armiliato (Leitung)
Deutsche Grammophon
2 CDs

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